Nancy Guthrie wird seit dem 31. Januar in Tucson vermisst. Ein lokales Portal erhielt erneut eine Nachricht eines angeblichen Entführers. Eine Analyse.
In einer kurzen Videobotschaft auf Instagram erklärte Guthrie am Samstag: „Wir haben Ihre Nachricht erhalten und wir verstehen“, ohne näher auf die Kommunikation einzugehen. Sie und ihre Geschwister fügten hinzu, dass sie bereit seien, Geld zu zahlen, um ihre 84-jährige Mutter zurückzubringen.
Nancy Guthrie wurde zuletzt am 31. Januar in ihrem Haus in Tucson gesehen. Ihr Verschwinden hat eine umfassende, tagelange Untersuchung ausgelöst. An der Untersuchung sind mehr als 100 Ermittler und Agenten des Pima County Sheriff‘s Department und des FBI beteiligt. Die Ermittlungen haben bislang weder zu Verdächtigen noch zu Personen von Interesse geführt, teilte das Sheriff‘s Department am Samstag mit.
Hinweise und Ermittlungsverlauf
Am Freitag berichtete das lokale Nachrichtenportal KOLD, eine zweite Nachricht von jemandem erhalten zu haben, der sich als Guthries Entführer ausgab. In einer späteren Stellungnahme desselben Tages teilte das Phoenix-Büro des FBI mit, man untersuche die Echtheit dieser neuen Nachricht.
Kevin Smith, Sprecher des lokalen FBI-Büros, bestätigte am Sonntag per E-Mail, dass Guthries Videobotschaft von Samstag sich auf eben jene Nachricht bezog.
Der jüngste Appell der Familie Guthrie kommt eine Woche, nachdem ihre Mutter nach einem Familienessen zu Hause abgesetzt wurde – das letzte Mal, dass die Familie sie gesehen hat. Tage später berichteten Medien von nicht verifizierten Erpresserbriefen im Zusammenhang mit ihrem Verschwinden.
Gesundheitszustand der Vermissten und Familienaufruf
Savannah Guthrie betonte, dass ihre Mutter gesundheitlich angeschlagen sei. Sie leide unter ständigen Schmerzen und sei auf Medikamente angewiesen – Medikamente, die sie nun nicht mehr habe und die für ihr Überleben notwendig seien. In einer am Mittwoch zusammen mit ihren Geschwistern veröffentlichten Mitteilung erklärte Guthrie, die Familie sei bereit, mit dem mutmaßlichen Entführer ihrer Mutter zu sprechen.
„Wir glauben derzeit, dass Nancy noch lebt“, sagte Chris Nanos, Sheriff des Pima County, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. In demselben Briefing erklärte Heith Janke, leitender FBI-Sonderagent in Phoenix, die Ermittler nähmen die Berichte über Erpresserbriefe ernst. Er konkretisierte aber nicht, ob eine Mitteilung als authentisch eingestuft wurde. Er sagte, mindestens einer dieser Briefe gelte als Werk eines Betrügers, was zu einer Festnahme führte. Janke ergänzte: „Wir raten aus polizeilicher Sicht und sprechen Empfehlungen aus, doch letztendlich entscheidet die Familie, wie sie mit einer möglichen Lösegeldforderung umgeht.“
Zum Autor
Leo Sands ist Reporter und Redakteur für aktuelle Nachrichten im Londoner Büro der Washington Post und berichtet über Ereignisse, die sich weltweit zutragen.
Dieser Artikel war zuerst am 8. Februar 2026 in englischer Sprache bei der „Washingtonpost.com“ erschienen – im Zuge einer Kooperation steht er nun in Übersetzung auch den Lesern der IPPEN.MEDIA-Portale zur Verfügung.