Eine historisch begründete Zusammenarbeit soll wieder aufleben: Die drei Gemeinden Schliersee, Fischbachau und Bayrischzell streben eine engere Kooperation im Tourismus an.
Schliersee – Die touristische Verbundenheit der drei Gemeinden Schliersee, Fischbachau und Bayrischzell reicht weit zurück. Schon im alten Jahrtausend und damit lange vor der Fusion zur Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS) arbeiteten die drei Rathäuser im Bereich Fremdenverkehr unter dem Titel „Urlaubsdreieck“ eng zusammen, gaben sogar eine gemeinsame Gästezeitung heraus. Diese Kooperation soll nun eine Neuauflage erfahren. Nach längerer interner Vorbereitung geben die drei Bürgermeister die Pläne in diesen Tagen bei den jeweiligen Gemeinderatssitzungen erstmals öffentlich bekannt.
In Schliersee war dies am Dienstagabend der Fall. Zentrale Botschaften laut Rathauschef Franz Schnitzenbaumer (CSU): „Wir müssen nicht alle drei alles einzeln machen, sondern können uns in verschiedenen Projekten zusammentun.“ Man werde deshalb aber weder eine neue GmbH (wie die TTT) oder ein Kommunalunternehmen gründen, noch eine eigene Marke wie das damalige Urlaubsdreieck kreieren. Das Kredo: mit gegebenen Ressourcen effizienter arbeiten und dadurch in Zukunft noch schlagkräftiger werden. Statt komplizierte Strukturen aufzusetzen, sei es vielmehr perspektivisch angedacht, aufgabenbezogene Zweckvereinbarungen zu schließen, erklärt Schnitzenbaumer auf Nachfrage unserer Zeitung. „Wir wollen ja Aufwand reduzieren und nicht zusätzlichen erzeugen.“
Gemeinden zufrieden mit Arbeit der ATS im Kommunalunternehmen Regionalentwicklung Oberland (REO)
Die Idee sei bereits im vergangenen Jahr entstanden, berichtet der Bürgermeister. Er und seine beiden Kollegen würden ein gutes und vertrauensvolles Verhältnis pflegen. Immer wieder habe man in Gesprächen festgestellt, dass sich die gemeindlichen Gäste- und Tourist-Informationen mit ähnlichen Aufgaben und Herausforderungen beschäftigen. Deshalb habe man das mit der landkreisweiten touristischen Vermarktung betraute Kommunalunternehmen Regionalentwicklung Oberland (REO) ins Boot geholt. Mit dem sei man auch vollumfänglich zufrieden, fügt Schnitzenbaumer auf Nachfrage vorsichtshalber an und greift damit etwaigen Mutmaßungen vor, dass die neue touristische Kooperation vielleicht auch aus einer Unzufriedenheit mit REO oder ATS entstanden sein könnte. Das Gegenteil sei der Fall: Die REO kümmere sich gemäß ihres Auftrags um die landkreisweiten touristischen Themen und stehe als Kompetenzzentrum fachlich beratend und begleitend zur Verfügung.
Genau letzteres wollen sich Schliersee, Fischbachau und Bayrischzell nun bei ihren Plänen zunutze machen. So habe die REO bereits 2024 analysiert, in welchen Aufgaben sich die drei Tourismusbüros aktuell überschneiden und welche in Zukunft noch dazukommen könnten. Beispielhaft nennt Schnitzenbaumer das Schöne-Zeiten-Magazin, die Pressearbeit oder die Erstellung von Merchandising-Produkten. Während Prospektversand und Gästebetreuung vor Ort in den kommenden Jahren eher weniger werden dürften, rechne man im Onlinemarketing, Social Media und vor allem bei der Einführung der digitalen Gästekarte mit deutlich mehr Aufwand.
Ziel ist professionellere und effizientere Arbeit
Vorschläge, wie diese Bereiche durch Kooperation professioneller und effizienter gestaltet werden können, soll laut Schnitzenbaumer nun eine Arbeitsgruppe untersuchen. Je ein Vertreter aus den drei Gäste- und Tourist-Informationen soll unter der Koordination von REO-Projektmanager Thorsten Schär bei den regelmäßigen Treffen dabei sein. Ziel sei es, Vorschläge für besagte Zweckvereinbarungen auszuarbeiten und diese dann den jeweiligen Gemeinderäten vorzulegen. Bis Mitte/Ende 2026 soll eine Struktur feststehen, erklärt Schnitzenbaumer. Während Personal- und Budgetausstattung noch offen seien, verrät der Rathauschef zumindest, dass es einen Leiter als zentralen Ansprechpartner für interne, aber auch externe Anliegen geben soll. Eine Person, bei der die Fäden zusammenlaufen und die für neue Ideen und Schwung sorgen soll. Damit aus dem früheren Dreieck schnell eine neue, runde Sache wird.