Nach 18 Jahren Amtszeit tritt Barbara Boger bei der Kommunalwahl 2026 nicht noch einmal als Bürgermeisterin in Sauerlach an. Die UBV hat geschlossen Klaus Zimmermann als Bürgermeisterkandidaten nominiert.
Am Ende der Veranstaltung wird Barbara Bogner Papierservietten verteilen, auf denen der Name ihres gewollten Nachfolgers steht: „Klaus Zimmermann, Bankkaufmann , 56 Jahre, verheiratet, zwei Söhne“ ist da zu lesen. Eine kleine Ungenauigkeit: Noch zählt Zimmermann, bislang Zweiter Bürgermeister in Sauerlach, 55 Jahre. Aber wenn er, zumindest nach dem Willen der UBV, bei der Kommunalwahl am 8. März sein Amt als neuer Rathauschef antritt, ist er ein Jahr älter.
Unabhängige Bürgervereinigung demonstriert Geschlossenheit
43 wahlberechtigte UBV-Mitglieder sind ins Trachtenheim Am Otterloher Feld gekommen, um ihren Bürgermeisterkandidaten zu nominieren. Barbara Bogner hat ihren Verzicht erklärt, kein ganz überraschender Schritt, gemunkelt wurde schon eine Weile im Ort. Öffentlich kommentieren wollte Bogner derlei aber nicht. Konkurrenz gibt’s für Klaus Zimmermann keine. Alle Mitglieder werden ihm ihre Stimme geben. Auch für Ersatzkandidatin und Gemeinderätin Angi Ellinger votieren die Anwesenden geschlossen. Der Verein Unabhängige Bürgervereinigung Sauerlach demonstriert hier Geschlossenheit. Überhaupt gibt man sich zuversichtlich: „Wir konnten in den letzten Monaten einige neue, junge Mitglieder gewinnen“, erzählt Klaus Zimmermann am Rande der Versammlung. Allerdings sei es natürlich bedenklich, „wenn ich mit 55 Jahren immer noch den Altersschnitt drücke“, witzelt er. Jahrelang sei der nämlich bei gut 70 gewesen, so Zimmermann.
Das sind seine Ziele
Für den Bürgermeisterposten fühlt sich Zimmermann, der Ausgleich und Ruhe gerne bei Arbeiten im Wald sucht, gut vorbereitet. Der gebürtige Sauerlacher sitzt seit 2008 im Gemeinderat, seit 2014 wirkt er als Rathaus-Vize. „Ich bin überzeugt, dass ich die notwendigen Qualifikationen mitbringe.“ Seine Ziele: Mehr kommunale Wohnungen, mehr Gewerbeflächen, Schaffung von Kurzzeit- und Tagespflegeplätzen, Sportvereine unterstützen, „Gemeindefinanzen im Blick behalten“ sowie den Bau einer „weiterführenden Schule mit Sportanlagen“.
Bogner zieht Bilanz ihrer Amtszeit
Finanzen und Schule: Diese beiden Punkte trüben indes die politische Bilanz von Bürgermeisterin Barbara Bogner ein wenig. Das Gymnasium ist regelmäßiges Streitthema im Gemeinderat. Sauerlach steckt zudem tief in den Miesen, die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei gut 3000 Euro. Diese Themen spart Bogner in ihrem Rückblick auf die letzten knapp 18 Jahre jedenfalls aus. Stattdessen: „Ich bin jeden Tag gerne aufgestanden!“ Solange wie Bogner ist in Sauerlach noch nie jemand Bürgermeister gewesen. Sie wird Ende des Jahres 65 Jahre alt, als Grund für ihren Kandidaturverzicht nennt sie ihre zwei Enkelinnen, „für die möchte ich mehr Zeit haben“. Ihre Schaffensbilanz der drei Wahlperioden: Geothermie, Mitglied im Bayerischen Städtetag, Kita-Bau, Jugendtreff-Gründung, umfängliche Unterstützung der hiesigen Feuerwehr, Geothermie und Breitbandanbindung. Bogner ist stolz auf ihre Arbeit. Ihr persönlicher Schatten: Der Rathausbrand vor vier Jahren, bei dem ein Mensch ums Leben kam, hängt ihr nach, sagt sie. „Das habe ich bis heute nicht ganz verwunden.“