Das Wetter meint es gegenwärtig nicht so gut mit Open-Air-Konzerten. Aber „Kiwi, Bräu und Kraut“ trotzten im Lenggrieser Naturfreibad erfolgreich dem Wetter.
Lenggries – Den ganzen vergangenen Samstag hatte die Sonne vom Himmel gelacht. Doch kaum hatte das Trio „Kiwi, Bräu und Kraut“ für seinen abendlichen Auftritt im Naturfreibad Lenggries die Instrumente ausgepackt, öffnete der Himmel seine Schleusen. Aber das konnte die Party nicht verderben: Die anfänglichen Sturmböen ebbten Gott sei Dank rasch ab, und so fanden die Musiker und auch die rund 130 Zuhörer hinreichend Schutz unter den Zelten, die man vorsorglich aufgestellt hatte. Eine Woche vorher hatte die Veranstaltung witterungsbedingt ausfallen müssen.
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„Kiwi, Bräu und Kraut“ – das sind der aus Neuseeland stammende Cameron Paul, Dirk Hoppe aus Waakirchen und das Isarwinkler Urgestein Sepp Kloiber, wobei Kraut auf einen musizierenden Vorfahren Kloibers anspielt, den unvergessenen Kraudn Sepp aus Gaißach. Die drei Liedermacher freuten sich sichtlich über die überraschend gute Publikumsresonanz trotz der ungünstigen äußeren Bedingungen. Und mit einem aufgespannten großen Regenschirm vor ihrer Bühne in den Farben des Regenbogens wollten sie anscheinend nicht nur der grauen Tristesse des Himmels, sondern auch einer eintönig uniformen Gesellschaft etwas entgegenhalten.
Auch Cajon, Ukulele und Harp dabei
Erfolgreich spielten „Kiwi, Bräu und Kraut“ im Naturfreibad Lenggries gegen die deutschen Fußballerinnen an, die zur gleichen Stunde in Basel um den Einzug ins Halbfinale der EM kämpften. Sie boten dem Publikum mit Gesang und ihren teils exotischen Instrumenten Gitarre, Bass Akkordeon, Cajon, Ukulele und Harp einen ganz eigenen, charakteristischen Stilmix und Sound. Auf dem Programm standen beliebte Oldies sowie irische, englische und alpenländische Volksmusik. Und etliche dieser Lieder enthielten durchaus politische, auch subversive Botschaften.
Besondere Zugabe
Mit dem „Bei mir bist Du schön“ (1932 aus einem jüdischen Musical), „Hallo schönes Fräulein“ von 1947, der Moritat vom „Wildschütz Jennerwein“, Willy Michls „Isarflimmern“, „Mackie Messer“ aus der Dreigroschenoper in einer von Sepp Kloiber geschriebenen „boarischen“ Fassung und „Hotel California“ sorgten sie gleichermaßen für tolle Stimmung und auch für Nachdenklichkeit. Viel Applaus für die drei Musiker. Unter ihren verschiedenen Zugaben sei das „Bella ciao“ hervorgehoben, die Hymne der italienischen Partisanen gegen den Faschismus.