Trump „bereit zu helfen“: USA erwägen Militärschlag gegen Iran

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Im Iran eskaliert die Gewalt gegen Demonstrierende, Krankenhäuser sind überfüllt. In den USA wächst derweil die Debatte über ein mögliches Eingreifen.

Washington, D.C. – Donald Trump erklärte am Samstagabend (10. Januar), er sei bereit, Iranerinnen und Iranern zu helfen, die gegen das Regime protestieren. Zugleich begann seine Regierung damit, zu erörtern, wie ein Militärschlag gegen den Iran durchgeführt werden könnte. Das berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf US-Regierungsvertreter.

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, iranische Demonstrierende unterstützen zu wollen. Gleichzeitig gehen Sicherheitskräfte im Iran mit Gewalt gegen landesweite Proteste vor, wie hier bei einer Kundgebung in Teheran im Januar 2026. © Foto links: IMAGO / ZUMA Press Wire | Foto rechts: IMAGO / Middle East Images

Demnach erwogen Verantwortliche Angriffe auf mehrere iranische Militärziele, während im Hintergrund unterschiedliche Szenarien geprüft wurden. Ehemalige Pentagon-Beamte sagten dem Telegraph, Trump könne auch verdeckte CIA-Operationen autorisieren oder Israel grünes Licht für eigene Angriffe geben.

Trump signalisiert „Hilfsbereitschaft“: USA erwägen Militärschlag gegen Iran

Trump schrieb auf Truth Social, Iran schaue „auf FREIHEIT“ und die USA seien „bereit zu helfen“. Der Beitrag wurde später vom US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erneut veröffentlicht. Zuvor hatte Trump die iranischen Sicherheitskräfte gewarnt, keine tödliche Gewalt gegen Demonstrierende einzusetzen.

Während eine Quelle erklärte, ein großangelegter Schlag sei diskutiert worden, sagte eine andere, es habe keinen Konsens gegeben. Militärische Mittel seien bislang nicht in Stellung gebracht worden. Dennoch deutet die Debatte darauf hin, dass Trump eine Intervention ernsthaft erwägt.

Iran: Proteste trotz brutaler Niederschlagung

Hintergrund sind landesweite Proteste, bei denen nach Einschätzung von Ärztinnen und Ärzten Hunderte Menschen getötet worden sein könnten. Doch die Bevölkerung lässt sich davon bislang nicht einschüchtern: Trotz der brutalen Niederschlagung kehrten zahlreiche Demonstrierende am Samstagabend erneut auf die Straßen zurück.

In sozialen Medien verbreitete Videos zeigen Demonstrierende, die rufen: „Solange die Mullahs nicht tot sind, wird dieses Heimatland nicht frei sein.“ Sie widersetzten sich Anordnungen, zu Hause zu bleiben, und riskierten, von den Revolutionsgarden beschossen zu werden.

Proteste gegen das Mullah-Regime: Überlastete Krankenhäuser und verdeckte Opferzahlen

Ärztinnen und Ärzte sagten dem Telegraph, Krankenhäuser im ganzen Land seien mit Menschen mit Schussverletzungen überfüllt. Die bestätigte Zahl von 51 Toten bilde nur einen Bruchteil des tatsächlichen Ausmaßes ab. Viele Familien seien zu verängstigt, um Todesfälle zu melden.

Krankenhäuser seien zu Jagdgebieten für Sicherheitskräfte geworden. Diese suchten vor Ort nach verwundeten Demonstrierenden, um sie zu verhaften. Zudem gingen allmählich die Blutvorräte zur Neige.

Tote bei Iran-Protesten: Berichte über Leichenhallen und Gebühren

BBC Persian berichtete, dass allein im Krankenhaus Poursina in Rascht am Freitagabend siebzig Leichen eingeliefert worden seien. Das Krankenhaus sei überlastet, die Leichenhalle voll. Angehörige müssten umgerechnet 6.029,15 Euro zahlen, um die Leichen zur Beerdigung freizubekommen.

Eine Krankenhausmitarbeiterin in Teheran sprach von „schrecklichen Szenen“. Es seien so viele Menschen verwundet worden, dass keine Zeit für Wiederbelebungsmaßnahmen geblieben sei. „Etwa 38 Menschen starben, viele, sobald sie die Notfallbetten erreichten“, sagte sie.

Proteste im Iran – das Wichtigste

Auslöser: Steigende Preise, Währungskrise und wirtschaftlicher Einbruch, rasch ergänzt durch offene politische Forderungen.​

Beginn: Ende Dezember 2025, erste größere Proteste ab 28. Dezember in Teheran.

Ausbreitung: Hunderte Städte und Orte landesweit; teils ist von rund 340–350 Protestorten die Rede (nicht unabhängig verifizierbar).

Vorgehen der Sicherheitskräfte: Einsatz scharfer Munition und andere Gewaltmittel gegen Demonstrierende, dazu Massenfestnahmen.

Opferzahlen: Laut Menschenrechtsorganisationen mindestens etwa 50 Tote, offizielle Angaben bleiben vage; einige Schätzungen sprechen von weit über 200 Toten (nicht unabhängig verifizierbar).

Kommunikation: Sehr weitgehende, de facto landesweite Internetabschaltung bzw. massiver Blackout zur Unterdrückung von Informationen.

(Quellen: HRANA, Amnesty International, CNN, AP, BBC)

Trump und USA nehmen Iran in den Fokus, Ali Chamenei lässt Lage zuspitzen

Trump erklärte unlängst, Iran stecke in „großen Schwierigkeiten“, und warnte erneut vor US-Militärschlägen. Er teilte zudem einen Beitrag des republikanischen Senators Lindsey Graham, der für ein Eingreifen argumentierte. Der frühere Pentagon-Beamte Michael Rubin sagte dem Telegraph, gezielte Angriffe auf Waffenlager der Revolutionsgarden seien möglich. Ziel sei es, ideologische Hardliner von pragmatischen Kräften zu trennen, ohne wahllos Kämpfer zu töten.

Ali Chamenei, Irans oberster Religionsführer, versetzte derweil die Sicherheitsdienste in höchste Alarmbereitschaft. Die Revolutionsgarden wurden mit der Kontrolle der Niederschlagung beauftragt, aus Furcht vor Überläufen bei Polizei und Armee.

Zeuginnen und Zeugen berichteten, Sicherheitskräfte zielten auf die Augen der Demonstrierenden. Diese Taktik wurde bereits während der Proteste „Frau, Leben, Freiheit“ im Jahr 2022 dokumentiert.

Iraner auf der Straße: Junge Demonstrierende und persönliche Risiken

Sima, eine 17-jährige Demonstrantin aus Teheran, sagte dem Telegraph, sie gehe jeden Abend mit Freundinnen und Freunden protestieren. Vor dem Verlassen des Hauses schreibe sie mit Lippenstift auf ihren Spiegel: „Bereit, die Nächste zu sein, aber nicht die Letzte.“ Sie erklärte: „Diese Notiz ist ein Andenken für meine Mutter, falls ich nicht zurückkomme.“ Dutzende Demonstrierende seien nach den Protesten nicht nach Hause zurückgekehrt.

Die Proteste haben sich seit dem 28. Dezember auf mehr als 340 Orte ausgeweitet. Sie begannen als Reaktion auf die galoppierende Inflation und politisierten sich rasch. Demonstrierende fordern offen ein Ende der Herrschaft der Kleriker. Die Behörden meldeten mehr als 2.300 Festnahmen, darunter mindestens 166 Minderjährige. Irans Armee beschuldigte die USA und Israel, die Unruhen zu orchestrieren.

Menschenrechtsaktivistin Ebadi: Warnungen vor einem Massaker

Die iranische Menschenrechtsaktivistin Shirin Ebadi warnt, Sicherheitskräfte könnten sich auf ein „Massaker im Schutz einer umfassenden Kommunikationssperre“ vorbereiten. Die vollständige Internetabschaltung mache es nahezu unmöglich, das wahre Ausmaß der Gewalt zu erfassen.

Die Repression nehme im Verborgenen weiter zu, während Hilfe von außen kaum möglich sei (Dieser Artikel von Akhtar Makoii entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk)

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