Für die Faschingsgarden der Region sind sie Höhepunkte jeder Faschingszeit: die beiden Gardetreffen in Penzberg. Heuer werden dazu wieder hunderte Tänzerinnen erwartet - und eine Männergarde.
Sehen, was die anderen so draufhaben bei Schrittfolgen und Hebefiguren. Schauen, welche Farbkombinationen bei den Kostümen die anderen Gardetänzer tragen. Und sich austauschen über die gemeinsame Leidenschaft: das Tanzen in einer Faschingsgarde. Das sind laut Manuela Daxl, der Jugendleiterin des OK, wesentliche Gründe, warum jedes Jahr viele Garden aus der Region zu den beiden Treffen in die Penzberger Stadthalle kommen. Den Anfang macht heuer das Treffen der Prinzengarden, das am kommenden Freitag, 23. Januar, stattfindet.
Zu der Veranstaltung, die in diesem Jahr zum 20. Mal stattfindet, würden heuer 12 Garden mit insgesamt rund 320 Aktiven erwartet, sagt Maxi Eller. Der OK-Präsident ist heuer zusammen mit Lea Fischer für die Organisation der Veranstaltung zuständig. Die vergangenen 19 Jahre hatte Sandra Baumgartner für das Treffen verantwortlich gezeichnet – ein langjähriges ehrenamtliches Engagement, das Eller bemerkenswert findet. „Das ist schon eine Hausnummer.“ Nach einer „Übergangsphase“, in der er mithelfe, solle die 19-jährige Gardetänzerin Fischer die Organisation alleine übernehmen.
Die Anzahl an Garden sei jedes Jahr ähnlich. Die Gäste seien aber immer wieder andere. Das OK bekäme nämlich so viele Anfragen von umliegenden Faschingsvereinen, die ihre Garden gerne nach Penzberg schicken würden, dass man regelmäßig tauschen müsse, damit alle mal zum Zuge kommen. „Wir könnten fast drei Gardetreffen machen“, sagt Eller. Doch mehr Garden bei dem einen Treffen auftreten zu lassen, sei zeitlich einfach nicht möglich. Schon jetzt dauere die Veranstaltung nahezu den ganzen Tag.
Unter den anreisenden Gruppen seien etwa die Prinzengarden aus Starnberg oder Gmund sowie aus Fürstenfeldbruck. Letztere werde heuer erstmals ihre neu gegründete Männergarde mitbringen, die natürlich auch tanzen wird. Eine Männergarde beim Penzberger Gardetreffen? „Das gab’s noch nie“, betont Eller.
Und natürlich sollen nicht nur die Garden tanzen. Die meisten von ihnen reisen nämlich samt ihrer Prinzenpaare an, die ebenfalls ihren Walzer sowie den Showtanz präsentieren werden. Warum das Penzberger Gardetreffen so beliebt ist bei den Faschingsvereinen, liegt laut Eller unter anderem an der guten Bühnentechnik und den vielen Zuschauern, die die Veranstaltung für die Aktiven zu einem besonderen Auftritt machen. Eller betont, dass es bei der Veranstaltung absolut nicht darum gehe, dass sich die Garden untereinander in ihrem Können messen. Statt um Konkurrenz gehe es vielmehr um das Erleben eines gemeinsamen Hobbys. Und darüber seien im Laufe der vergangenen Jahre schon zahlreiche Freundschaften unter den Tänzern entstanden.
Erstmals kommt eine Männergarde
Das bestätigt auch OK-Jugendleiterin Daxl, die das Jugendgardetreffen heuer zum wiederholten Mal organisiert. Die 19. Veranstaltung ihrer Art findet am kommenden Samstag, 24. Januar, ebenfalls in der Stadthalle statt. Heuer werden dazu insgesamt 11 Vereine aus der Region erwartet. Viele kommen mit Kinder- und Teeniegarde sowie ihrem Kinderprinzenpaar, um ihre verschiedenen Märsche, Walzer und Showtänze zu zeigen. Insgesamt, hat Daxl ausgerechnet, werden 425 Aktive anreisen. „Die größte Gruppe ist Frohsinn 2000 aus Peißenberg mit etwa 60 Personen.“ Neben alten Bekannten wie den Garden aus Iffeldorf, Sindelsdorf oder Habach werde heuer erstmals die Garde aus Farchant aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen kommen. „Sie waren im vergangenen Jahr als Zuschauer hier und so begeistert, dass sie nun auch dabei sein wollten.“ Und nicht nur das: „Sie haben ihren Kinderball extra so geplant, dass sie in Penzberg dabei sein können.“
Daxl findet es immer wieder bemerkenswert, wie Kinder von oftmals nur sechs Jahren hier als Gruppe den Mut finden, gemeinsam auf die Bühne zu treten und vor hunderten Menschen zu tanzen. Außerdem ist sie überzeugt, dass die Kinder und Jugendlichen an dieser Herausforderung persönlich wachsen und fürs Leben lernen. Die Nervosität bei den Penzberger Tänzerinnen sei wenige Tage vor dem Treffen groß. Denn vor den vielen Zuschauern und den anderen Garden wolle natürlich jeder „seine Schokoladenseite zeigen“.
Das Gardetreffen der Erwachsenen findet am Freitag, 23. Januar, in der Stadthalle statt. Einlass ist ab 18 Uhr, Beginn um 19 Uhr. Das Jugendgardetreffen, das ebenfalls in der Stadthalle stattfindet, folgt einen Tag später am Samstag, 24. Januar. Einlass dafür ist um 10 Uhr, Beginn um 11 Uhr.