Die Lehren aus dem Solar-Desaster: Hallbergmooser Mittelschule erhält eine neu PV-Anlage

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Im Zuge der Dachsanierung erhält die erst 2009 eingeweihte Mittelschule Hallbergmoos auch eine neue, leistungsstärkere PV-Anlage. © Oestereich

Eine lebhafte Debatte hat der Bauausschuss Hallbergmoos über Photovoltaik auf der Mittelschule geführt. Um kostspielige Fehler der Vergangenheit zu vermeiden, setzt man auf engmaschige Kontrollen. 

Hallbergmoos – Zu Jahresbeginn 2024 wurde bekannt, dass die PV-Anlage auf den Dächern der erst 17 Jahre alten Hallbergmooser Mittelschule nicht fachgerecht montiert worden war. Die Folge waren Spannungsrisse und erhebliche Feuchteschäden, die eine Sanierung des Dachs erforderlich machten. Die Gemeinde trägt die Kosten dafür selbst, weil sie sich, damals noch unter Bürgermeister Josef Niedermair, nur geringe Chancen auf Regress ausgerechnet hatte und die Maßnahme zeitnah durchführen wollte.

Nun soll in diesem Zuge die aktuelle Photovoltaikanlage aus dem Jahr 2008, die aus 754 Modulen mit einer Gesamtleistung von 50,9 Kilowatt-Peak besteht, ersetzt werden durch eine leistungsstärkere Anlage. Bei ursprünglichen Investitionskosten von 263 000 Euro erwirtschaftete die bisherige Anlage bis Ende 2024 Einnahmen von 355 000 Euro. Doch nach 17 Betriebsjahren sind etwa 20 Prozent der Module defekt, die Anlage arbeitet nur noch mit 64 Prozent ihrer ursprünglichen Leistung.

Die geplante Neuanlage wird mit rund 220 hocheffizienten Modulen à 450 Watt-Peak ausgestattet und verdoppelt die Gesamtleistung auf rund 100 Kilowatt-Peak bei gleicher Dachfläche. Die Investitionskosten belaufen sich auf etwa 130 000 Euro, hinzu kommen 20 000 Euro für Abbau und Entsorgung der alten Anlage.

Die Mittelschule verbraucht jährlich etwa 160 000 Kilowattstunden Strom. Die neue Anlage könnte zunächst 40 000 Kilowattstunden pro Jahr für den Eigenverbrauch produzieren, nach 2027 etwa das Doppelte. Für den Leistungsanteil bis 50,9 Kilowatt-Peak läuft die erhöhte Einspeisevergütung noch bis Ende 2027 weiter.

Mit der Sitzungsvorlage waren die Ausschussmitglieder nicht einverstanden. Sie forderten eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnung – und mehr Transparenz: „In anderen Fällen suchen wir die Fliesen aus, hier sehen wir nicht mal ein Sanierungskonzept oder eine Kostenaufstellung. Sie werden uns vorenthalten“, übte Wolfgang Reiland (Einigkeit) angesichts der „Brisanz des Themas“ Kritik. Mit Blick auf die „katastrophale Aktenlage“ und kostspielige Fehler der Vergangenheit forderte er eine engmaschige Protokollierung und Dokumentation der Maßnahme. Ein „Es wird sich schon rentieren“, reichte auch Damian Edfelder (CSU) nicht als Entscheidungsgrundlage. In den Augen Heinrich Lemers (FW) liegt die Wirtschaftlichkeit indes auf der Hand.

Bürgermeister Benjamin Henn (FW) betonte, dass auch ihm an größtmöglicher Transparenz gelegen sei. Die Verwaltung sei sensibilisiert. Ein Bauamtsmitarbeiter versprach: „Ich werde täglich auf der Baustelle sein, der Fachplaner mindestens zwei Mal die Woche.“

Diskutiert wurde auch, im Sinne der Nachhaltigkeit, noch funktionsfähige Module zu verkaufen, statt sie zu entsorgen. Ein Batteriespeicher, den Herrmann Hartshauser (Einigkeit) ansprach, wird derzeit als nicht wirtschaftlich eingestuft, da die Schule hauptsächlich während der Produktionszeiten Strom verbraucht. Der Bauausschuss beauftragte die Verwaltung, eine detaillierte Planung für die neue Anlage zu erstellen und dem Gremium zur Behandlung vorzulegen. Während der Bauzeit rechnet die Verwaltung mit einer Ertragseinbuße von etwa 20 000 Euro.

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