Forscher warnen: Dem Weißen Hai droht im Mittelmeer das Aussterben

Große Weiße Haie gehören zu mehr als 20 Haiarten, die im Mittelmeer unter internationalem Schutz stehen. Dennoch zeigen neue Untersuchungen von US-Forschern in Zusammenarbeit mit der Blue Marine Foundation, dass die Tiere weiterhin illegal gefangen und verkauft werden. 

Allein 2025 sollen laut den Forschern mindestens 40 Weiße Haie an der nordafrikanischen Mittelmeerküste getötet worden sein. Der Bestand gilt laut Internationaler Naturschutzunion (IUCN) bereits als "kritisch gefährdet".

Illegale Fischerei und Verkauf in Nordafrika nachgewiesen

Durch die Überwachung von Fischereihäfen in Nordafrika dokumentierten Forscher und BBC-Forensiker geschützte Haie, die tot angelandet und auf Märkten angeboten wurden. Verifizierte Social-Media-Videos zeigen unter anderem einen Weißen Hai in Algerien sowie Teile eines Kurzflossen-Makos in Tunesien. Beide Arten sind international geschützt, ihr Fang und Verkauf verboten. Die Durchsetzung der Regeln variiert jedoch stark von Land zu Land. 

Forscher schlagen Alarm: Illegale Fischerei bedroht Weiße Haie massiv
Forscher schlagen Alarm: Illegale Fischerei bedroht Weiße Haie massiv Patrick Rex/California State Uni/PA Media/dpa

Forschung im Mittelmeer bleibt erfolglos

Ein Forschungsteam um Dr. Francesco Ferretti von der Virginia Tech suchte Ende 2025 im Sizilienkanal nach Weißen Haien, einem der letzten bekannten Rückzugsgebiete. Ziel war es erstmals, einen Weißen Hai im Mittelmeer mit einem Satellitensender zu markieren. 

Trotz zwei Wochen intensiver Suche mit Ködern, Unterwasserkameras und DNA-Analysen blieb der Erfolg aus. Die Forscher sichteten lediglich kurz einen Blauhai – ein Zeichen für den stark geschädigten Zustand des Ökosystems.

Hoffnung trotz dramatischer Lage der Haipopulationen

Trotz der alarmierenden Situation sehen Naturschützer auch Hoffnung. Dass Weiße Haie überhaupt noch gefangen werden, zeige, dass es noch Restbestände gibt. Gleichzeitig weisen Experten darauf hin, dass viele Fänge unbeabsichtigter Beifang sind und Fischer in wirtschaftlich schwierigen Regionen oft vor existenziellen Entscheidungen stehen. 

Mehr internationale Zusammenarbeit, bessere Ausbildung und nachhaltige Fischerei könnten laut Blue Marine Foundation noch eine Erholung der Bestände ermöglichen – allerdings nur, wenn schnell gehandelt wird.