Die Marktgemeinde hält am Rufbus Hoki fest – ein Erfolgsmodell, das 2022 startete und schon jetzt aus dem Nahverkehrs-Angebot im Landkreis-Norden kaum mehr wegzudenken ist. Trotz angespannter Gemeindefinanzen werden die Rufbusse bis 2027 weiter bezahlt. Ob auch die Nachbarn und der Landkreis wieder einsteigen, ist noch offen.
Der Beschluss kommt nicht überraschend: Holzkirchens Rufbus Hoki fährt ab September weitere zwei Jahre. Der Gemeinderat folgte in seiner jüngsten Sitzung der Empfehlung des Orts- und Verkehrsplanungsausschusses und beschloss, von der Verlängerungsmöglichkeit Gebrauch zu machen.
Zugleich beschloss der Gemeinderat, einen der insgesamt drei Busse ab September gegen ein E-Fahrzeug auszutauschen. Nicht zuletzt die hohe Kilometerzahl rechtfertige das. Einer der Busse fährt bereits mit Elektroantrieb. Lediglich das barrierefreie Fahrzeug ist noch ein Verbrenner. Dieses auch auszutauschen, wäre aktuell zu teuer, wie Standortförderin Eva-Maria Schmitz in der Sitzung darlegte.
Der Beschluss bedeutet aber nicht, dass auch interkommunalen Fahrten bis 2027 gesichert sind – also die Einbeziehung der Nachbargemeinden Otterfing, Valley und Warngau (ohne Wall). Wie Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) auf Nachfrage von Daniela Kiderlen (Grüne) erklärte, befinden sich die Gemeinden noch in der Entscheidungsfindung. „Sie stehen einer Verlängerung grundsätzlich positiv gegenüber, aber man muss sehen, dass es sich um eine freiwillige Aufgabe handelt, die sehr teuer ist“, so Schmid. Auch eine weitere Beteiligung des Landkreises sei noch offen, wie er auf Nachfrage von Simon Ammer (SPD) ergänzte. Der Landkreis beteiligt sich bisher mit jährlich 150 000 Euro für gemeindeübergreifende Fahrten.
Im Zusammenhang mit dem Beschluss berichtete Eva-Maria Schmitz, dass der Umwegefaktor angepasst wurde. Die Software toleriert jetzt Umwege von 18 Minuten, bisher waren es nur 15 Minuten. Damit will die Gemeinde die Verfügbarkeit der Busse verbessern. Aus dem gleichen Grund schlägt die Software jetzt mehr alternative Fahrten vor. Bisher gab die App nur dann die nächste verfügbare Fahrt an, wenn der Zeitrahmen nicht größer als 90 Minuten war. „Mehr alternative Fahrten vorzuschlagen, das kommt sehr gut an“, berichtete Daniela Kiderlen.
Aktuell schlagen die drei Busse mit etwa 57 000 Euro pro Monat im Holzkirchner Haushalt zu Buche. „Die Haushaltslage ist angespannt“, sagte Torsten Hensel (FWG). Doch die Nutzerzahlen rechtfertigten das Angebot. In Spitzenzeiten steigen monatlich 6000 Passagiere ein. Sebastian Franz (CSU) sagte: „Wir denken nicht daran, den Hoki zu beenden, sondern ihn besser zu machen.“