Die Eigentümer des ehemaligen Kaufhaus Biller erhalten den Oberbayerischen Denkmalpreis für ihre vorbildliche Sanierung des Gebäudes.
Starnberg - „Historische Gebäude sind lebendige Zeugen unserer Vergangenheit.“ Mit diesem Satz beginnt der oberbayerische Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger sein Grußwort in der Broschüre zum Oberbayerischen Denkmalpreis 2025. „Erhaltene Denkmäler erzählen vom früheren Leben – und schlagen zugleich Brücken in die Zukunft. Häufig geschieht das durch eine völlig neue Nutzung: als Wohnraum, sozialer Treffpunkt, Werkstatt oder Atelier“, schreibt Schwarzenberger weiter. Sechs Gebäude hat der Bezirk am vergangenen Wochenende mit dem Denkmalpreis ausgezeichnet, eines davon steht in Starnberg: das ehemalige Kaufhaus Biller in der Hauptstraße 25.
Die Geschichte des Hauses und der Familie Biller ist vielen Starnbergern bekannt. Ebenso bekannt ist, dass die Familie von Bernd Krüger, Inhaber des gleichnamigen Starnberger Haustechnik-Betriebes, das Ensemble im Jahr 2022 gekauft hat. Bis April 2024 sei das Haus anschließend „vorbildlich“ saniert worden, betont der Bezirk. In der Broschüre heißt es: „Heute verbindet das Gebäude ursprünglichen Charme mit moderner Technik: Originalböden und -fenster wurden behutsam restauriert, Innenisolierung schützt die Bausubstanz, eine Lüftungsanlage sorgt für Wohnkomfort und Dachgauben wurden erneuert beziehungsweise ergänzt. Das umliegende Gartengelände lädt zur Entspannung ein. Nach zwei Jahren Sanierung ist das Haus wieder Begegnungsort.“ Im ehemaligen Verkaufsraum hat der 32 Jahre alte Severin Krüger, studierter Restaurator für Möbel und Holzobjekte, seine Werkstatt eingerichtet. Das Obergeschoss wird als Wohnung genutzt.
Die Sanierung sei „überwiegend in Eigenregie“ erfolgt, berichtet Bernd Krüger. Alte Böden seien freigelegt, Fenster ergänzt und erneuert, Heiztechnik und Elektrik komplett neu eingebaut worden, ergänzt sein Sohn Severin. Weitere Preisträger sind das Haus am Gries in Moosburg (Landkreis Freising), das Stafflerhaisl in Erdweg (Landkreis Dachau), das Wohnhaus Klosterhof 6 in Eichstätt, das Riemerschmid-Haus in Kochel am See (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) und das Wohnhaus Obere Straße 98 in Weilheim. Dazu kommen zehn Anerkennungen. Die Auswahl traf eine Jury, der neben Mitgliedern des Bezirkstages von Oberbayern und Bezirksheimatpflegerin Dr. Astrid Pellengahr auch je ein Vertreter des Landesamts für Denkmalpflege und des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege angehörten.
Alle ausgezeichneten Denkmäler habe der Bezirk in den vergangenen Jahren gefördert, heißt es in einer Mitteilung zur Preisverleihung. „Wichtig waren außerdem die fachliche Qualität, Nachhaltigkeit und Ökologie sowie die kulturelle Bedeutung der Denkmäler für Oberbayern.“ Der Oberbayerische Denkmalpreis ist mit jeweils 5000 Euro dotiert. Insgesamt gibt der Bezirk nach eigenen Angaben jährlich rund 2,5 Millionen Euro für sein Förderprogramm Denkmalpflege aus. „Das ist Geld, das direkt aus der Bezirksumlage in die Landkreise und Kommunen zurückfließt“, betont Bezirkstagspräsident Schwarzenberger. Heuer habe das Preisgeld insgesamt 22 000 Euro betragen. Den Denkmalpreis verleiht der Bezirk alle zwei Jahre.