Überraschend billige Angebote: Irritationen um Turnhallen-Bau in Icking

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Die Grundschule Icking soll eine neue Turnhalle bekommen © ak

Die neue Turnhalle wird teurer als geplant. Doch einige Bieter legen extrem günstige Angebote vor, die nun überprüft werden müssen.

Eine aktualisierte Kostenschätzung zu der in Kooperation mit dem Landratsamt entstehenden Zweifachturnhalle lieferte René Beysel vom technischen Bauamt in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Demnach müsse mit einer Gesamtinvestitionssumme „zwischen 8,77 und 9,2 Millionen Euro“ gerechnet werden. Die hohe Schwankung ergab sich, nachdem einige Bieter überraschend niedrige Angebote für einige Gewerke abgeben haben. Diese Auftragsvergaben bedürfen nun einer erneuten Überprüfung.

„Wir rechnen mit weiteren Baugenehmigungen“, erklärte Beysel. Die Abbrucharbeiten an der alten Turnhalle werden im Januar 2026 beginnen. Zuvor hatte der Gemeinderat verschiedene Gewerke vergeben. So übernimmt die Eglinger Höger GmbH die Vorbereitungen zu den Abbrucharbeiten zum Preis von rund 25 200 Euro. Das entspricht einer geringen Steigerung von 1900 Euro gegenüber der ursprünglichen Schätzung. Lediglich 8500 Euro veranschlagt das Gaißacher Unternehmen Elektro Göttinger für das Gewerk „Abbruch Elektro“. Eine deutliche Preisminderung gegenüber der einstigen Kostenschätzung ergab sich bei der Baustelleneinrichtung, für den der Wackersberger Baggerbetrieb Georg Matheis mit rund 75 000 Euro das günstigste Angebot abgegeben hatte. Der Gemeinderat beschloss jedoch einstimmig, dieses überraschend günstige Gewerk nochmals fachlich und formell zu prüfen. Sollte es nach den Aufklärungsgesprächen zu einer Abweichung kommen, kann Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI) den Auftrag bis zu einer Auftragssumme der ursprünglich angesetzten Kostenberechnung in Höhe von knapp 86 000 Euro vergeben.

Eine überraschend hohe Minderung von über 70 Prozent verwunderte den Gemeinderat bei der Vergabe des Gewerks „Rückbau, Schadstoffentsorgung und Erdarbeiten“. Ein Bieter veranschlagte dafür 292 000 statt 1,03 Millionen Euro. Andere Angebote lagen zwischen 374 000 und 673 000 Euro. „Die endgültige Auftragssumme und der Auftragnehmer sind hier noch nicht belastbar“, warnte Beysel. Zudem bestehe ein Kostenrisiko bei der Entsorgung. Deshalb sind auch dafür erneute Gespräche mit dem günstigsten Bieter notwendig.

Der Gemeinderat ermächtigte die Bürgermeisterin, nach der fachlichen Prüfung den Rückbau, die Schadstoffentsorgung und die Erdarbeiten mit einer Auftragssumme von maximal 500 000 Euro (inklusive eventuellen Nachträgen) zu vergeben. Vergleichsweise unkompliziert gestaltete sich ein Vorratsbeschluss ohne Submission für den Spezialtiefbau, dessen Kosten bis zu einer Höhe von 64 900 Euro gedeckelt wurden.