Strandidylle: Wer in Apulien künftig das Sagen hat

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Der Torre Chianca Strand am flachen Ionischen Meer. © IMAGO/maudanros

Apulien ist das neue Versprechen vom Süden – wie die Toskana in den 1990ern. Doch wo einst Träume begannen, wittern heute Investoren ihre Chance. Das hat Folgen für eine der ursprünglichsten Küsten Italiens.

Weiß getünchte Dörfer, türkisfarbenes Meer, jahrhundertealte Olivenbäume, Trulli unter der Sonne – und dieses Gefühl, dass hier die Zeit ein bisschen langsamer vergeht. Apulien hat in den letzten Jahren das geschafft, was einst auch die Toskana zum Sehnsuchtsort machte. Doch die neue Beliebtheit bringt auch neue Begehrlichkeiten, wie la-bella-vita.club berichtet.

Der Boom verändert die Küste

Seit einigen Jahren erlebt Apulien einen Tourismusboom. Die Zahl internationaler Gäste steigt, zuletzt um 22 Prozent, Billigfluglinien erschließen neue Routen, Ferienhäuser, Resorts und Beach Clubs schießen aus dem Boden. Gleichzeitig wächst das Interesse von Investoren – vor allem an den Stränden. Denn was heute noch unerschlossen wirkt, soll morgen schon zum „Premium-Zugang“ werden. Was Apulien außerdem für Geldgeber attraktiv macht: Im Gegensatz zu Regionen wie Ligurien oder der Emilia-Romagna ist ein Großteil der Küste noch nicht mit Lidos erschlossen.

Die Tremiti-Inseln liegen im Norden Apuliens.
Die Tremiti-Inseln liegen im Norden Apuliens. © IMAGO/Lucamato

Strandrechte werden neu vergeben

In Italien gehören die Strände dem Staat – und ihre gewerbliche Nutzung erfolgt über sogenannte „Concessioni balneari“. Diese Konzessionen wurden jahrzehntelang einfach verlängert. Doch nun greift die sogenannte Bolkestein-Richtlinie der EU, die mehr Wettbewerb fordert. Regionen wie Apulien setzen die Vorgaben ab jetzt schrittweise um – mit öffentlichen Ausschreibungen statt automatischer Verlängerungen. Wenn der Strand zur Verhandlungsmasse wird, stehen mehr als nur Liegen zur Disposition. Es geht um kulturelle Identität – und um die Frage, wie viel Ursprünglichkeit in einer Tourismusregion Platz hat, wenn das Geld ruft.

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Chance für Investoren – Risiko für Familienbetriebe

Was fair klingen mag, ist in der Realität ein Wettlauf ums Kapital. Viele Strandabschnitte, die bislang von lokalen Familien betrieben wurden, stehen plötzlich zur Disposition. Internationale Betreiber, Hotelketten und Tourismuskonzerne bieten mehr, versprechen Investitionen und Arbeitsplätze – und drängen auf den Markt. Für viele traditionsreiche Lidos könnte das das Aus bedeuten. Lokale Medien berichten von ersten Örtlichkeiten, die jetzt durch einen Betreiber von außerhalb mit durchgestyltem Konzept betrieben werden. Das Meer ist dasselbe – aber die Stimmung hat sich verändert.

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