Immer mehr Betreiber auf der Wiesn setzen auf Selbstbedienung-Terminals. Dort können Kunden ihre Fahrkarten selbst kaufen, wie am Automaten. Nicht der einzige Geld-Trend.
Schnelle Kartenzahlung statt Anstehen am Kassenhäuschen. Immer mehr Fahrgeschäfte auf der Wiesn bieten dieses Jahr erstmals Ticket-Terminals an. Am Kettenflieger „Jules Verne Tower“ stehen gleich acht solcher Automaten. Das Ticket zum Höhenflug gibt‘s da in wenigen Sekunden. Gezahlt wird mit Karte, dann geht‘s ins Karussell. Echte Kassen hat der Tower auch – dort darf man aber nur mit Bargeld zahlen. Der Betreiber ist zufrieden: „Wir gehen eben mit der Zeit“.
Den gleichen Service bietet das Riesenrad an, ebenso der Freifall-Turm „Skyfall“ sowie kleinere Fahrgeschäfte wie der Musik-Express, die Riesenschaukel „Konga“ oder die Videospiel-Bahn „Laser-Pix“. Die Wiesn wird zum Selbstbedienungsladen.
Oktoberfest München: Das sind die neuen Geld-Trends auf der Wiesn
Überhaupt wird Kartenzahlung auf dem Oktoberfest München immer beliebter: Die Hälfte der Essensbuden bietet Visa, Mastercard, Giropay oder Handy-Zahlung an. Manche erst ab 20 Euro, andere auch für „Kleinstbeträge“. Beim Souvenirstandl von Ingrid Weber zahlt die Hälfte schon mit Karte, sagt die Verkäuferin. Einige Standl sperren sich aber gegen den Trend, zeigen deutlich an: „Cash only“.
Kathrin Wickenhäuser-Egger nimmt seit diesem Jahr in ihrer „Münchner Stubn“ nur noch Karte an (wir berichteten exklusiv): „Das erste Wochenende verlief ohne Probleme“, sagt die Wirtin. „Der Umsatz war sogar höher als sonst, auch die Kellner sind sehr zufrieden mit dem Trinkgeld.“
Wiesn der Zukunft: Zwei Zelte verabschieden sich vom Bargeld
Klar ist: Andere Wirte schauen gespannt, wie das bargeldlose Zelt heuer funktioniert. „Einer hat mir schon gesagt: ,Das mach‘ ich nächstes Jahr auch‘.“ Auch Marstall-Wirt Sigi Able hat Bargeld verbannt – zumindest draußen, beim Straßenverkauf. Ochsensemmel und Riesen-Currywurst gibt‘s laut Schild „hier nur bargeldlos“.
Auch in großen Zelten ist Kartenzahlung machbar – etwa im Schottenhamel. „Jede Bedienung hat einen Chip, über den sich per Handy bezahlen lässt – wahlweise mit Apple Pay, Visakarte oder Paypal“, sagt Wirt Christian Schottenhamel. Ein Service, den immer mehr gerne annehmen: „Es wird immer mehr, mittlerweile zahlen rund zehn Prozent unserer Gäste bargeldlos.“