Münchner Schausteller wollten eine Großveranstaltung auf der Thomawiese, doch der Dachauer Stadtrat sagte nein.
Dachau – Das Dachauer Volksfest hat Tradition und ist weit um bekannt. Die Bezirksstelle München des Marktleute und Schausteller e. V. dachte sich daher wohl, dass der Standort Dachau durchaus Potenzial für ein zweites Volksfest böte. Für 2026 beantragten die Landeshauptstädter daher bei der Stadt, die Ludwig-Thoma-Wiese für ein fünftägiges „Osterfest“ nutzen zu dürfen.
Die Verwaltung aber lehnte ab, aus vielerlei Gründen. So stehe die Thomawiese grundsätzlich nur an 18 Tagen für Veranstaltungen zur Verfügung – nicht viel, wenn man bedenkt, dass mit dem Dachauer Volksfest, dessen Vorabend sowie dem Politischen Volksfestdienstag schon zwölf Tage belegt sind.
Zudem darf die Thomawiese laut städtischer Satzung nur von der Stadt beziehungsweise Dachauer Vereinen und Organisationen genutzt werden, um „kulturelle, sportliche oder soziale Veranstaltungen“ durchzuführen. Kommerzielle Veranstaltungen eines Münchner Vereins, so sieht es die Stadtverwaltung, „sind damit nicht zulässig“.
Und selbst wenn man eine Ausnahmeregelung finden wollen würde, wäre die gefährlich: Als Präzedenzfall könnten sich dann auch andere kommerzielle Veranstalter auf die Thomawiese klagen.
Die Stadträte im zuständigen Kulturausschuss sahen dies genauso. Abgesehen von Markus Erhorn (Freie Wähler Dachau) wollten alle Mitglieder des Gremiums die Thomawiese in Dachauer Hand behalten und die Fläche nicht Münchner Schaustellern für ein „Osterfest“ überlassen.
Erhorns Argument für ein „Osterfest“ dagegen lautete, dass eine derartige Veranstaltung – von wem auch immer organisiert – „eine gute Alternative zu einem teuren Urlaub gerade für Familien ist“. Immer weniger Eltern mit Kindern könnten sich schließlich heutzutage noch einen Urlaub leisten; „insbesondere Alleinerziehende verzichten ganz darauf“! Zudem könnte die Stadt im Fall einer Genehmigung ja zur Bedingung machen, Dachauer Vereine „einzubinden“ oder Dachauer Gastro-Betriebe von dem Osterfest „profitieren“ zu lassen.
Tatsächlich ist nach jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts für viele Familien in Deutschland Urlaub unerschwinglich geworden. Eine einwöchige Reise ist demnach für jeden siebten Bayern zu teuer.