Deutschlands Kampfjet für die Zukunft: Eurofighter Typhoon bekommt Technik-Upgrade

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Moderne Technik für mehr Leistung: Durch ein neues Upgrade soll der Eurofighter Typhoon zum Hightech-Kampfjet der nächsten Generation werden.

München – Vor Jahren geriet der Eurofighter Typhoon beinahe auf das Abstellgleis: Die Nachfrage stagnierte, wenig internationale Krisenherde bedrohten Europas Sicherheit und Rüstungsprojekte spielten eine untergeordnete Rolle. Doch die Zeiten haben sich geändert: Eskalierte Konflikte, ein daraus resultierender Sicherheitsdruck und wirtschaftspolitische Folgen sorgen für eine neue Bewertung des Kampfjets.

Nun erhält das Mehrzweckkampfflugzeug mit dem Aerodynamic Modification Kit (AMK) ein umfassendes Upgrade, das die Leistungsfähigkeit massiv verbessern soll. So könnte der Typhoon Angaben zufolge bis weit in die 2060er Jahre einsatzfähig bleiben und neue Maßstäbe für die europäische Verteidigungsindustrie setzen.

Eurofighter Typhoon: Der Kampfjet bekommt ein Aerodynamic-Update für verbesserte Flugfähigkeiten
Eurofighter Typhoon: Der Kampfjet bekommt ein Aerodynamic-Update für verbesserte Flugfähigkeiten. © Jan Huebner/Imago

Ein entsprechender Vertrag zwischen der NATO-Managementagentur NETMA und der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH (mit Sitz in Hallbergmoos bei München) markiert den Startschuss für das Großprojekt. Rund 100.000 Arbeitsplätze innerhalb Europas sollen am wiedererstarkten Eurofighter-Programm hängen, das technologische Innovation mit wirtschaftlicher Bedeutung vereint.

Upgrade für den Eurofighter: Das steckt hinter dem Aerodynamic Modification Kit

Mit dem AMK-Upgrade bekommt der Eurofighter Typhoon ein komplett neues aerodynamisches Konzept verabreicht. Besonders die Verlängerung der Tragflächenvorderkante (LERX), modifizierte Flaperons und neu geformte Leitflächen am Rumpf sollen den maximalen Auftrieb um 25 Prozent steigern, schildert das Portal Flugrevue. Damit steigt auch die Wendigkeit und das gerade bei niedrigeren Geschwindigkeiten.

Diese technischen Veränderungen sorgen dafür, dass der von der Bundeswehr eingesetzte Kampfjet in luftnahen Gefechten reaktionsschneller agieren kann. „Das führt zu einer deutlichen Steigerung des maximalen Flügelauftriebs“, heißt es von Seiten der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH.

AMK-Technik für den Eurofighter: Mehr Waffen, mehr Kampfkraft

Ein weiterer Vorteil des AMK-Upgrades ist die leichtere Integration neuer Waffensysteme. Neben klassischen Luft-Luft- und Luft-Boden-Raketen hält nun auch die Anti-Radar-Rakete AGM-88E AARGM Einzug, mit der gegnerische Luftverteidigungssysteme wirkungsvoll ausgeschaltet werden sollen. Diese Anpassungsfähigkeit gilt als entscheidend, um mit den sich wandelnden Anforderungen moderner Konflikte Schritt zu halten.

Mit dem AMK-Upgrade wird der Eurofighter Typhoon auch bei niedrigeren Geschwindigkeiten agiler
Mit dem AMK-Upgrade wird der Eurofighter Typhoon auch bei niedrigeren Geschwindigkeiten agiler. © Eurofighter Jagdflugzeug GmbH

Die umfassende Überarbeitung ist Teil der Phase-4-Enhancement-Strategie (P4E): Neben dem AMK erhält der Eurofighter ein fortschrittlicheres Radarsystem und neue elektronische Kampffähigkeiten. Das Ziel: die Überlebens- und Einsatzfähigkeit des Kampfjets in der Bundeswehr und bei den Partnernationen zu .stärken.

Eurofighter mit intelligenter Steuerung: Kampfjet als Computer

Der europäische Düsenjäger ist längst ein Hightech-Produkt: Statt klassischer Steuerung ist der Eurofighter ohne seine Computersysteme kaum flugfähig. Der Pilot gibt über Steuerknüppel und Seitenruder lediglich die Flugbefehle ein, die dann von einem mehrfach redundanten Computer berechnet und optimal verteilt werden. „Ohne den Rechner fiele der Eurofighter wie ein Stein vom Himmel“, schreibt Stern.de.

Durch die aerodynamischen Modifikationen des AMK muss auch die Software angepasst werden. Das Zusammenspiel aus modernisierter Hardware und smartem Flugsteuerungssystem ist entscheidend dafür, dass die verbesserte Eurofighter-Version künftig die Luftwaffen verstärkt.

Eurofighter: Wirtschaftlicher Motor für Deutschland und Europa

Zum konkreten Zeitplan gibt es noch keine Informationen. Geopolitisch ist der Eurofighter wohl wichtiger denn je. Die aerodynamischen Optimierungen wurden bereits vor über zehn Jahren in Manching bei Ingolstadt getestet – doch damals bestand noch keine Notwendigkeit für ein solches Upgrade. Die Verschärfung der Sicherheitslage in Europa hat das längst entwickelte AMK wieder aus der Schublade geholt.

Als Joint-Venture koordiniert die Eurofighter Jagdflugzeug GmbH die Entwicklung und Produktion, beteiligt sind hierbei die Flugzeug- und Rüstungsgiganten Airbus, BAE Systems und Leonardo. Deutschland und die anderen Nutzerstaaten sollen durch die bessere Verteidigungsfähigkeit langfristig profitieren – wirtschaftlich und sicherheitspolitisch. (Quellen: Flugrevue, Eurofighter Jagdflugzeug GmbH, Stern)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/wirtschaft/fit-fuer-die-zukunft-eurofighter-typhoon-bekommt-neues-technik-update-zr-94163249.html