Der Förderverein für das Strandbad Feldafing spendiert mehr als 28 000 Euro für die Sanierung des nördlichen Kabinentrakts. Noch in diesem Jahr soll das marode Holz ausgetauscht werden, berichtete Vereinsvorsitzende Petra Hemmelrath in der Mitgliederversammlung.
Feldafing - Der Verein zur Erhaltung und Förderung des Strandbads Feldafing kümmert sich weiter Stück für Stück um die Sanierung des denkmalgeschützten Bads. Nach der Erneuerung des Liegeplateaus und der Brüstung im Jahr 2021 will der Verein mit Petra Hemmelrath an der Spitze noch in diesem Jahr den Dielenboden vor den nördlichen Umkleiden und die Ausbesserung der Außenwände angehen.
In drei Jahren wird das Strandbad 100 Jahre alt, und die soeben im Amt bestätigte Vorstandschaft wird sich mit Sicherheit um eine Feier kümmern. Das gemeindeeigene Bad ist an vielen Stellen sanierungsbedürftig. Vor allem die Küche und der Lagerraum der Gastwirtschaft haben Modernisierungsbedarf. Ein groß angelegter Renovierungsplan, der die ursprüngliche Erscheinungsform des Bades inklusive Abriss eines Anbaus und Neubau aufgegriffen hätte, stieß zwar überall auf Begeisterung. Angesichts der Kosten von fünf Millionen Euro und der Ebbe in der kommunalen Kasse hat der Gemeinderat beschlossen, diesen Plan nicht umzusetzen. „Wir sind komplett ans Ende der zu fördernden Maßnahmen gerutscht“, bedauerte Hemmelrath in der Mitgliederversammlung. Nur das Lokal will die Gemeinde so ertüchtigen, dass es weiterhin betrieben werden kann.
Bei der Küche könne der Verein nicht helfen, sagte Hemmelrath. Wohl aber an den denkmalgeschützten Bereichen, und so sollen noch Ende November, Anfang Dezember der Dielenboden vor den Umkleiden im nördlichen Teil sowie die Außenwände erneuert werden. Hemmelrath hatte Angebote eingeholt und sprach sich für das in Summe günstigste Angebot der Münsinger Zimmerei aus, die schon vor einigen Jahren die abgebrannte Badehütte wieder aufgebaut hatte. Für die Sanierung des Kabinentrakts hat die Firma 13 250 Euro veranschlagt, für Spengler- und Dachdeckerarbeiten rund 3500 Euro. „Der Zimmerer hat mir gesagt, dass die Summe vermutlich nicht zu halten ist“, kündigte Hemmelrath an. Denn auch ein tragender Balken sei morsch und das Dach undicht. Zusätzlich sind Malerarbeiten nötig, die eine Raistinger Firma für knapp 12 000 Euro anbietet. Diese sollen erst nächstes Jahr erledigt werden. „Dann sind wir rechtzeitig zur Badesaison fertig“, sagte Hemmelrath.
Restaurator mit Stundenlohn von 600 Euro
Der Austausch des maroden Holzes der Umkleiden ist mit dem Denkmalschutz abgesprochen. Der Verein kontaktierte gemäß den Vorgaben des Denkmalschutzes einen Restaurator. Der Umgang mit dem Fachmann sei unkompliziert gewesen. „Er hat gesagt, er schaut es sich einmal mit den Handwerkern an und noch einmal, wenn sie arbeiten“, begrüßte die Vorsitzende dieses Vorgehen, denn: „Der hat einen Stundenlohn von 600 Euro.“
Eine Förderung der Kosten für den Restaurator seitens des Denkmalschutzes sei zwar möglich, aber zeitlich nicht mehr zu schaffen, so Hemmelrath. „Der Antrag hätte uns Monate gekostet, dann zahlen wir halt diese zwei Stunden.“ Der Verein hat ein Polster angespart, wie aus dem Finanzbericht von Schatzmeisterin Monica van Lutterveld deutlich wurde. Mehrkosten sind auch für das Holz zu erwarten, denn der Restaurator empfahl für den Dielenbereich Lärche statt Fichte, wie Hemmelrath sagte.
Weniger Einfluss hat der Förderverein darauf, was mit der Küche des Lokals passiert. Wie berichtet, muss die Küche saniert werden, weil sie nicht mehr den Vorgaben des Gesundheitsamtes entspricht. Gespräche zwischen Gemeinde und dem Gesundheitsamt im Landratsamt laufen. „Die Gemeinde will nur das Allernötigste machen“, sagte Hemmelrath in der Versammlung. Das war stets Tenor in den Gemeinderatssitzungen: Es wird nur das Nötigste gemacht, aus zweierlei Gründen. Einerseits wegen der Kosten und andererseits wegen des Bestandschutzes. Sollte der Bestandsschutz erlöschen, greifen viele kostenintensive Vorgaben – und das will man vermeiden.
Der Förderverein sammelt unterdessen weiter Sympathisanten für das Strandbad und Geld für dessen Erhalt. 178 Mitglieder zählt er inzwischen. Hemmelraths Ziel sind 200, und sie ist zuversichtlich, weil immer wieder neue Mitglieder von auswärts dazu stoßen. Langjährige Feldafing-Urlauber aus Bremen, in Feldafing geborene Berliner oder Münchner, die das Strandbad schätzen. Die Schwestern Jutta Ritter und Karin Wolfrum zum Beispiel sind Mitglieder aus München. In der Mitgliederversammlung ersteigerten sie die Patenschaft für die letzte Latte der vom Förderverein bezahlten Brüstung. Das ließen sie sich 125 Euro kosten. „Wir haben in Feldafing schwimmen gelernt“, sagte Jutta Ritter. „Wir treffen uns immer noch hier im Strandbad als Familie.“