„Durchgegenderte Bischofskonferenz“: Narrengericht spricht Markus Söder in allen Punkten schuldig

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU, Mitte) wurde vom historischen Narrengericht zu Stockach verurteilt. © Felix Kästle/dpa

Das Narrengericht in Stockach am Bodensee hat den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) in Anwesenheit in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen.

Stockach – Das Narrengericht in Stockach (Kreis Konstanz, Baden-Württemberg), das seit 675 Jahren besteht und ein Höhepunkt der schwäbisch-alemannischen Fastnacht im Südwesten ist, hat am Donnerstag (12. Februar) den Ministerpräsidenten von Bayern, Markus Söder, in allen Anklagepunkten für schuldig befunden. Diese waren unter anderem Täuschung im Bierzelt, Größenwahn und Verrat an der konservativen Sache. Auf der Anklagebank dieser Institution saßen bereits Persönlichkeiten wie Franz Josef Strauß (CSU) und Angela Merkel (CDU). Die Verhandlung findet traditionell am „schmotzigen“ Donnerstag statt, der im Karneval als Weiberfastnacht bekannt ist.

Peter Altmaier, der ehemalige Bundeswirtschaftsminister, trat als Zeuge eines vermeintlichen Justizirrtums auf. „Ich kenne den Angeklagten seit Jahren persönlich“, erklärte der CDU-Politiker und betonte, dass Söder stets bescheiden gewesen sei und einen Freispruch verdiene. In seiner Verteidigungsrede beteuerte Söder seine Unschuld. Ohne Verkleidung ging es jedoch nicht: Im Büßerhemd erschien er vor dem „grobgünstigen Narrengericht“. Das Gericht bezeichnete er als „durchgegenderte Bischofskonferenz in grünen Bademänteln“ und fügte hinzu: „Ich dachte, Baden-Württemberg ist das Land von Hugo Boss.“

Markus Söder vor dem Stockacher Narrengericht: „Ich bin total demütig und bescheiden“

Söder erklärte, er sei „total bescheiden“ und erinnerte daran, dass er einmal für einen Abend grün gewesen sei – als Shrek. „Ich kann nur sagen: Mich hat Grün so gejuckt, dass es einmal fürs Leben reicht.“ Obwohl die CSU bei der kommenden Landtagswahl im Südwesten nicht auf dem Stimmzettel steht, war ein wenig Wahlkampf beim Narrengericht spürbar. Er sei auf Einladung von Manuel Hagel nach Stockach gekommen, der ihn dazu überredet habe. Der „Manu“ sehe besser aus als sein amtierender Vorgänger, obwohl Söder sich mit seinem Freund Winfried Kretschmann (Grüne) gut verstehe.

Söder betonte, dass Bayern und Baden-Württemberg die Lastesel der Nation seien: „Die anderen machen Party und wir zahlen.“ In seiner Verteidigungsrede gerieten die Anklagepunkte zwischenzeitlich in den Hintergrund, als er vom Bremen- bis zum Berlin-Bashing ausholte. „Ich bin total demütig und bescheiden. Ich habe nur ein Problem, keiner lobt mich, also muss ich es immer selbst tun.“

Verteidungsrede bringt nichts: Narrengericht veurteilt Söder – das ist seine Strafe

Er betonte, dass er keine Verurteilung verdiene und der freundlichste CSU-Vorsitzende seit Langem sei. „Und wenn eine Verurteilung, ja, dann kündigt Bayern die Allianz mit euch, dann gehen wir zu den Sachsen – weil die können auch kein Deutsch.“ Das alles half aber nichts. Das Narrengericht verurteilte Markus Söder zu einer Strafe von 150 Litern Strafwein. Diese Strafe, die zweieinhalb Eimer umfasst, sei laut dem Fastnachts-Richter noch relativ milde. Das Urteil ist „rechtskräftig“. (dpa/jul)

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