Start frei für den GreenTech-Hub: Neues Innovationszentrum für grüne Technologien eröffnet

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Bei der offiziellen Eröffnung des GT Hubs (v.l.): Dr. Stefan Lenz, Corinna Tappe (beide Geschäftsführer der GreenTech Hub GmbH), Markus Schmidt (Beirat), die Gesellschafter Peter Reisacher (Autohaus Reisacher), Caroline Grimbacher (Südpack), Andreas Müller (Alois Müller Gruppe) und Ulrich Dick (Bauunternehmung Kutter) sowie Architekt Peter Jaumann. © Manfred Schilder

Mit einem großen GreenTech Day wurde der GreenTech-Hub (GT Hub), das neue Innovationszentrum für grüne Technologien, am Standort südlich des Allgäu Airports in Benningen eröffnet.

Benningen – Mehr als 300 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und der Startup- und Investoren-Szene feierten die Eröffnung, die eingebettet war in einen GreenTech Day mit Keynotes, Paneldiskussionen, Startup-Pitches und einer interaktiven Ausstellung, in der knapp 20 Gründerinnen und Gründer ihre Geschäftsideen im GreenTech-Bereich präsentierten.

Start frei für den GreenTech-Hub in Benningen: Platz für Startups und innovative Unternehmen

Das bereits von Weitem sichtbare neue Büro- und Werkstattgebäude bietet auf über 5.000 Quadratmetern Nutzfläche viel Platz für die Ansiedlung von Startups und innovativen Unternehmen. Der nachhaltige Neubau entspricht den Anforderungen des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude (QNG) und erhält das Silber-Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Für den vom Architekturbüro Jaumann geplanten Gebäudekörper verwendete das Memminger Bauunternehmen KUTTER einen CO2-reduzierten Beton mit hohem Recycling-Anteil. Das bedeutet, dass bei der Betonherstellung Sekundärbaustoffe wie zum Beispiel gebrochener Altbeton einen großen Anteil an Kies ersetzen. Das Gebäude des GT Hubs ist an das Fernwärmenetz am Allgäu Airport angeschlossen, darüber hinaus erfolgt die Kühlung über 20 Erdwärmesonden und 215 ebenfalls im Boden verankerte Energiepfähle. Auch eine Kältemaschine ist angeschlossen, die mit grünem Strom betrieben wird. Dafür nutzt der GT Hub eine eigene Photovoltaik-Anlage (70 kW) auf dem Dach sowie Strom aus der Freiflächen-Photovoltaik-Anlage am Flughafen Memmingen. Zum Heizen und Kühlen wird der Betonkern aktiviert, wobei jede Zone (sechs pro Geschoss) einzeln gesteuert werden kann. Und auch die Fassadenkonstruktion des Dachgeschosses im GT Hub verkörpert den GreenTech-Geist; denn hier kommt eine patentierte neue Modulfassade des Memminger Startups HyWin zum Einsatz, die Heizen, Kühlen, Beschatten und nachhaltige Energieerzeugung in einem System vereint.

Start frei für den GreenTech-Hub in Benningen: Kluge Köpfe im Allgäu

Einzigartig ist nicht nur das neue Zuhause des GT Hubs, sondern auch die Idee, die hinter seiner Gründung steckt. So wurde der neue GT Hub wie ein Startup explizit nach dem Motto „aus dem Mittelstand für den Mittelstand“ gegründet; denn alle vier Gründungsgesellschafter, die Alois Müller Gruppe (Ungerhausen), Südpack (Ochsenhausen) sowie Reisacher und Kutter (beide Memmingen) sind Familienunternehmen aus der Region. Gründungsgesellschafter und Bauherr Andreas Müller (Alois Müller Gruppe) eröffnete gemeinsam mit dem Beiratsvorsitzenden Markus Schmidt das Programm. „Wir Allgäuer Firmen brauchen kluge Köpfe, um die Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Geschäftsmodelle und Digitalisierung zu bewältigen. Und diese klugen Köpfe brauchen wir nicht in München, Berlin oder im Silicon Valley. Wir brauchen sie hier bei uns im Allgäu. Darum war es genau die richtige Entscheidung, jetzt den GT Hub zu gründen, um Zukunftstechnologien in unserer Region zu entwickeln“, so Müller.

„Was Sie da innerhalb eines Jahres geschafft haben, ist sensationell. Dieses Tempo würde ich mir auch für die Politik wünschen, da dauern die Prozesse oft leider viel zu lange.“

Begeistert von der Allgäuer Macher-Mentalität zeigte sich Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume. „Was Sie da innerhalb eines Jahres geschafft haben, ist sensationell. Dieses Tempo würde ich mir auch für die Politik wünschen, da dauern die Prozesse oft leider viel zu lange“, so der Minister in seinem Grußwort. Und Landrat Alex Eder bezeichnete die Eröffnung des GT Hubs als „Freudentag im Kalender“, da die mittelständische Wirtschaft handle und nicht nur rede. „Das sind wirklich die besten Voraussetzungen. Ich kann Startups nur ermutigen, sich hier am GT Hub in Memmingen anzusiedeln. Sie finden hier eine sehr gute Infrastruktur für Testläufe vor, das ist gerade für die Entwicklung von Fertigungstechnologien sehr wichtig“, erklärte Keynote-Speakerin Martina Merz. Die ehemalige Vorstandsvorsitzende der Thyssenkrupp AG ist Aufsichts- und Beirätin der GreenTech Hub GmbH.

Start frei für den GreenTech-Hub in Benningen: Einzigartiges Konzept

Der neue GT Hub am Allgäu Airport ist das erste Technologie-Netzwerk aus der Region, das grüne Technologien und Unternehmen aus dem Mittelstand miteinander verknüpft. Diese Idee kommt in der Startup-Szene sehr gut an. „Wir haben unser einzigartiges Konzept unter anderem auf dem GreenTech-Festival in Berlin vorgestellt und die Resonanz war hervorragend. Mittlerweile haben wir bereits fünf erfolgsversprechende Startups, die wir ausgewählt haben und über unser Accelerator-Programm betreuen“, erklärt Corinna Tappe, Geschäftsführerin der GreenTech Hub GmbH. Und Dr. Stefan Lenz, der wie Corinna Tappe Geschäftsführer der GreenTech Hub GmbH ist, ergänzt: „Uns war wichtig, mit dem modernen Neubau nicht nur ein inspirierendes Arbeits-, sondern auch ein offenes Lebensumfeld zu schaffen“. Die kreativen Köpfe finden im GT Hub neben top-ausgestatteten Büro- und Werkstattflächen auch zahlreiche OpenSpaces, um den Kopf freizubekommen, eine Cafeteria und sogar einen Fitness- und Eltern-Kind-Raum, der zu gemeinsamen Aktivitäten einlädt. Zum GT Hub gehört auch ein ehemaliger Flugzeug-Shelter des früheren Militärflughafens, der als stylische Veranstaltungslocation für Tech-Events genutzt werden kann.

Start frei für den GreenTech-Hub in Benningen: Neue Geschäftsfelder für die Zukunft entwickeln

„Mit ihrer Fokussierung auf Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und der Verknüpfung mit dem Mittelstand sind Sie genau auf dem richtigen Weg. Denn das ist eine der großen Schnittstellen, um neue Geschäftsfelder für die Zukunft zu entwickeln. Wenn es uns gelingt, das Wissen und das Skalierungspotenzial aus dem Mittelstand mit dem zu kombinieren, was aus den Universitäten und Fachhochschulen kommt, dann sind wir in Deutschland unschlagbar“, erklärte die zweite Keynote-Speakerin, Dr. Franziska Brantner, die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.

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