Zahlreiche TV-Sender haben Experten verpflichtet, die einst beim FC Bayern aktiv waren. Von Schweinsteiger bis Kahn: Wer riskiert Ärger? Das Ranking.
München – Uli Hoeneß sagt, diese TV-Experten seien ihm schon lange „ein Dorn im Auge“. Damit meint der Ehrenpräsident des FC Bayern vor allem Lothar Matthäus und Dietmar Hamann, die bei Pay-TV-Sender Sky regelmäßig das Geschehen bei den Münchnern kommentieren und einordnen. In der neuen Saison muss sich Uli Hoeneß nun einen besonderen Augenschutz zulegen, denn es werden immer mehr Ex-Bayern-Profis, die regelmäßig den deutschen Rekordmeister unter die Lupe nehmen. Zuletzt unterschrieb Ex-Vorstandschef und Torwart-Legende Oliver Kahn einen Vertrag für die Sky-Sendung “Triple“.
Absolut Fussball, das Fußball-Nachrichtenportal von Home of Sports, erstellt ein Ranking unter den sieben bekanntesten TV-Experten, die dem FC Bayern kommende Saison zusetzen können.
Platz 7: Bastian Schweinsteiger
Der Weltmeister von 2014 ist Experte bei der ARD. Er kommt vor allem bei Spielen der deutschen Nationalmannschaft und im DFB-Pokal zum Einsatz. Analysen zum FC Bayern dürften sich deshalb in Grenzen halten. Außerdem hat Schweinsteiger eine sehr gute Beziehung zu Uli Hoeneß und den Münchnern. Dass Schweinsteiger den FC Bayern in kritischen Momenten komplett zerlegt, gilt als unwahrscheinlich.
Das Verhältnis zum FC Bayern bislang: kuschelig.
Platz 6: Michael Ballack
Der frühere Kapitän der deutschen Nationalmannschaft spielte von 2002 bis 2006 beim FC Bayern. Für Michael Ballack war der Klub aber wohl nur eine berufliche Durchgangsstation. Der Vorteil nun: Als Experte bei Streamingdienst DAZN ging Ballack bislang stets sachlich und ohne Emotionen mit den Münchnern um. Probleme im Spiel des FC Bayern sprach Ballack aber durchaus an. Brisant für die kommende Saison: Ballack ist der Berater von Talent Lennart Karl. Der 17-Jährige erhält kaum Einsatzminuten bei den Profis und hat deshalb seinen Vertrag über 2026 hinaus noch nicht verlängert. Lässt sich Ballack bei seinem Schützling dann doch zu einer Spitze gegen die Münchner hinreißen?
Das Verhältnis zum FC Bayern bleibt vorerst: nüchtern.
Platz 5: Stefan Effenberg
Stefan Effenberg gewann mit dem FC Bayern 2001 die Champions League. Im Doppelpass bei Sport1 ist Effenberg der Experte Nummer eins. Klar, dass er sich deshalb auch regelmäßig zu seinem Ex-Klub äußert. Effenberg tat dies in den vergangenen Jahren aber stets sachlich und fair. Er hat großen Respekt vor dem Verein und steht auch über die Legendenmannschaft noch im Austausch mit den Verantwortlichen. Die Gefahr, dass Effenberg zum Rundumschlag ausholt, ist nur gegeben, wenn die Münchner sportlich abstürzen.
Das Verhältnis zum FC Bayern ist: freundschaftlich.
Platz 4: Oliver Kahn
Gemeinsam mit Effenberg gewann Oliver Kahn die Champions League 2001. Der Torwart-Titan stieg 2021 zum Vorstandschef des FC Bayern auf, wurde aber am letzten Spieltag der Saison 2022/23 gefeuert. Was für eine Demütigung! Kahn versucht in der Öffentlichkeit zu betonen, nicht mehr sauer auf die Münchner zu sein. So richtig abnehmen kann man ihm das aber (noch) nicht. Die Bewährungsprobe folgt nun: Bei Sky wird Kahn in der Sendung „Triple“ als Experte zu Gast sein. Meist geht es in dem Talkformat um die Leistung der deutschen Klubs in der Champions League. Da nicht zu erwarten ist, dass der FC Bayern in der Königsklasse durchmarschiert, haben Experten wie Kahn die Pflicht, die Münchner kritisch zu analysieren. Die Frage ist, wie sachlich Kahn an die Aufgabe herangeht.
Das Verhältnis zum FC Bayern ist: verletzt.
Platz 3: Lothar Matthäus
Uli Hoeneß hat im Laufe der Jahre Lothar Matthäus (Spieler von 1984 bis 1988 und von 1992 bis 2000) mehrfach gedemütigt. Dass Matthäus nicht einmal „Greenkeeper“ beim FC Bayern werde, so einst der Spruch von Hoeneß, hat die Trainer-Karriere des 1990-Weltmeisters negativ beeinflusst. Auch zuletzt gerieten beide aneinander. Matthäus hätte deshalb gute Chancen, Uli Hoeneß vor Gericht erfolgreich zu verklagen. Aber: Während Matthäus in früheren Zeiten gefühlt jedes Scharmützel mit dem FC Bayern dankbar annahm, versuchte er die vergangenen Jahre, sich auf sachliche Analysen zu konzentrieren. Der Sky-Experte ist einer der besten deutschen Fußballer aller Zeiten und verfügt über ein gutes Netzwerk beim FC Bayern. Matthäus kann deshalb sehr schnell den Finger in die Wunde legen.
Das Verhältnis zum FC Bayern ist: toxisch.
Platz 2: Markus Babbel
„Uli Hoeneß ist das größte Problem des FC Bayern“: Das sagte Markus Babbel zuletzt exklusiv bei Absolut Fussball. Der UEFA-Cup-Sieger von 1996 traf damit Uli Hoeneß ins Mark – und bis heute hat mit Sepp Maier nur ein Freund Uli Hoeneß dagegen in Schutz genommen (Hat Hoeneß keine Freunde mehr?). Babbel ist als Experte bei Sat.1 beziehungsweise ran im Einsatz, er wird demnach auch regelmäßig an prominenter Stelle den FC Bayern analysieren. Babbel nimmt kein Blatt vor den Mund. Sollten die Münchner leistungstechnisch abbauen, dürfte es zwischen Babbel und dem Rekordmeister richtig ruckeln.
Das Verhältnis zum FC Bayern ist: offensiv.
Platz 1: Dietmar Hamann
Dietmar Hamann, einst Teamkollege von Babbel, ist zum besten Analytiker über den FC Bayern aufgestiegen. Hamann kennt den deutschen Rekordmeister so gut, dass der Sky-Experte oftmals Entwicklungen mehrere Monate im Voraus erkennt. Das Problem ist dann allerdings, dass er seine Erkenntnis zu früh an die Öffentlichkeit bringt und sie mit einer Portion Provokation garniert. Man denke nur an seine Duelle mit Ex-Trainer Thomas Tuchel. Auch in der kommenden Saison wird Hamann aber der TV-Experte sein, der in der Analyse über den FC Bayern den Ton angibt.
Das Verhältnis zum FC Bayern ist: schonungslos.