Der Gemeinderat Pastetten hat in seiner vergangenen Sitzung den Antrag eines Grundstückseigentümers abgelehnt, weiterhin Grundwasser zur Kieswäsche zu verwenden. Der Unternehmer betreibt derzeit zwei Brunnen auf seinem Grundstück, die pro Jahr 25 000 beziehungsweise 15 000 Kubikmeter Wasser aus der Tiefe fördern. Mit dem Antrag sollte die seit 2014 bestehende wasserrechtliche Erlaubnis um zehn Jahre verlängert werden. Eigentlich eine Formalie. Eigentlich.
Pastetten – Wie Bauamtsleiter Felix Holzner erklärte, habe sich seitdem an den Wassergewinnungsanlagen nichts geändert. Vom Gemeinderat war nun sein Einverständnis gefragt, die Verwaltung sollte danach ihre Stellungnahme im Sachgebiet Wasserrecht des Landratsamtes abgeben. Was nach einer Formalie klang, entwickelte sich zur Diskussion. „Ich kann dem nicht zustimmen“, sagte Alois Huber (WRH), „der Antragsteller soll erst mal ein paar Hausaufgaben machen, die er uns schon eine Zeitlang schuldet“. Es gebe von den von ihm genutzten Flächen einen Rekultivierungsplan von vor über 30 Jahren, der schon längst hätte umgesetzt sein sollen. „Das wurde aber noch nicht zu Ende gebracht“, so Huber. Er fordere vom Antragsteller eine Stellungnahme, wie das nun weitergehen soll.
Bürgermeister Peter Deischl wies darauf hin, „dass das zwei verschiedenen Sachen“ sind. „Wenn was mit dem Rekultivierungsplan nicht in Ordnung ist, sollten wir da nachhaken und einen Besichtigungstermin machen“, so Deischl, „aber wir dürfen das nicht vermischen“. Leo Rehmann (FWE) schlug vor, die Rekultivierung dann zu hinterfragen, wenn deren Frist ablaufe oder wieder verlängert werden solle. Horst Ippisch (FWE) meinte, dass ihm die Sachlage mit der Rekultivierung nicht ganz geläufig sei, „wir sollten uns die Situation einmal anschauen, um ein transparentes Bild zu bekommen“.
Alois Zollner (CSU) wurde deutlicher. Aus seiner Sicht ist das der größte Wasserverbraucher der Gemeinde. „Das ist keine Lappalie, das ist unser Trinkwasser.“ Da solle schon nachgewiesen werden, dass die Entnahme und Rückführung von Grundwasser keinen Einfluss auf den Wasserhaushalt hätten. Ohne ein Konzept und die Ermittlung der Konsequenzen könne er dem nicht zustimmen. So ein Thema so lapidar abzuhandeln und wieder für zehn Jahre zu genehmigen, sei für ihn verantwortungslos. „Die Zeiten sind vorbei, Wasser ist zu kostbar.“
Deischl verwies darauf, dass die Stellungnahme ans Landratsamt weitergeleitet und dort geprüft werde. Gleichzeitig wehrte er sich gegen den Vorwurf, das Thema „lapidar“ abzuhandeln. Zollner gab zu verstehen, dass für ihn die geförderte Menge und der Verlängerungszeitraum keineswegs lapidar seien. „Das ist für mich eines der wichtigsten Anliegen, die wir auf dem Tisch haben“, so Zollner, „beim Trinkwasser hört der Spaß auf“.
Leo Rehmann sah die ganze Sache nicht so problematisch. Das Wasser werde gefördert, später in ein Absetzbecken eingeleitet und versickere wieder. „Das bleibt ja vor Ort.“ Die Mehrheit der Gemeinderäte sah das allerdings anders und verwehrte mit sieben zu fünf Stimmen das gemeindliche Einvernehmen.