Verwirrung um Russland-Treffen: Trump völlig enthusiastisch, Putin-Seite klingt ganz anders

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Putin und Trump planen ein Treffen – schon bald. Der US-Präsident wähnt sich dem Ende des Ukraine-Kriegs bereits nah, doch der Kreml ragiert kühl.

Washington, D.C. – Breaking News erreichten am Donnerstag (7. August) die Welt: US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin werden sich persönlich treffen, hieß es, womöglich bereits kommende Woche. Es ist der größte Durchbruch in den Verhandlungen zum Ukraine-Krieg seit langem. Ein Treffen des amerikanischen und russischen Präsidenten hat es seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs nicht gegeben.

Putin-Trump-Treffen verspricht imposante Bilder – aber auch ein Ende des Ukraine-Kriegs?

Was aber ist von dem Putin-Trump-Treffen zu erwarten? Der Anfang vom Ende des Ukraine-Kriegs? Ein Waffenstillstand? Oder „nur“ ein Verzicht auf Angriffe Russlands aus der Luft, wie der Kreml andeutete?

Bekannt ist bisher nicht viel – nur, dass bei dem Trump-Putin-Treffen spektakuläre Bilder entstehen werden. Alleine, dass sich die beiden Männer treffen, wird immense Aufmerksamkeit erzeugen. Donald Trump kann das Treffen als etwas verkaufen, das im Ukraine-Krieg bisher nur er geschafft hat: Dass Russlands Machthaber Putin sich mit ihm an einen Tisch setzt und über Frieden verhandelt. Weltpolitisches Theater „at its best“.

Putin und Trump streben mit Treffen direkte Verhandlungen zum Ukraine-Krieg an

Treffen von Donald Trump und Wladimir Putin
Wann? noch kein Termin bekannt, das Weiße Haus hält ein Treffen kommende Woche denkbar
Wo? Ort noch unbekannt
Wer? Trump will Putin zum Zweier-Gipfel treffen, danach soll es einen Dreier-Gipfel mit Selenskyj geben

Nach Treffen von Trump-Gesandtem Witkoff mit Putin klang der US-Präsident enthusiastisch

Doch was wird der Zweier-Gipfel von Putin und Trump an konkreten Ergebnissen für ein Ende des Ukraine-Kriegs bringen? Die Auffassungen in den USA und in Russland sind darüber offenbar recht unterschiedlich: Trump klang regelrecht enthusiastisch zu den Chancen, die das Treffen mit Putin biete. Aus dem Kreml kamen dagegen verhaltenere Töne.

Am Mittwoch war dessen Sondergesandter Steve Witkoff in Moskau bei Putin und sprach mit dem russischen Präsidenten drei Stunden lang über den Ukraine-Krieg. Trump schrieb danach in seinem Netzwerk Truth Social begeistert von einem „äußerst produktivem Treffen“, bei dem man „große Fortschritte erzielt“ habe.

Trump kündigt Treffen mit Putin zur Ukraine in Telefonat mit Merz an

Er habe sich gleich danach ans Telefon gesetzt und „einige unserer europäischen Verbündeten auf den neuesten Stand gebracht“, schrieb Trump voller Motivation weiter. „Alle sind sich einig, dass dieser Krieg beendet werden muss, und wir werden in den kommenden Tagen und Wochen darauf hinarbeiten“, fügte Trump hinzu. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus hochrangigen ukrainischen Kreisen erfuhr, telefonierte Trump mit dem deutschen Kanzler Friedrich Merz, dem britischen Premier Keir Starmer, Nato-Generalsekretär Mark Rutte und Finnlands Präsident Alexander Stubb.

Die New York Times und CNN berichteten später unter Berufung aus anonymen Quellen aus den Regierungen, dass es bereits kommende Woche ein persönliches Treffen von Trump und Putin geben könne. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt bestätigte das später – und fügte an, dass „die Russen den Wunsch geäußert“ hätten, sich mit Trump zu treffen.

Donald Trump und Wladimir Putin bei einem Treffen 2018 in Helsinki. Erstmals seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs soll es zu einem Gipfel der beiden Präsidenten kommen.
Donald Trump und Wladimir Putin bei einem Treffen 2018 in Helsinki. Erstmals seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs soll es zu einem Gipfel der beiden Präsidenten kommen. © Valery Sharifulin/Imago

Reaktion aus dem Kreml auf Trump-Putin-Treffen – „Gefühl, dass Russland Trump etwas anbieten muss“

Am Donnerstag (7. August) bestätigte dann auch Russland, dass ein Treffen von Donald Trump und Wladimir Putin zustande kommen werde.  Laut Putins außenpolitischem Berater Juri Uschakow hätten die USA und Russland ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin in den kommenden Tagen vereinbart. „Zusammen mit unseren amerikanischen Kollegen“ habe man die Vorbereitungen für das Treffen begonnen, so Uschakow laut der russischen Nachrichtenagentur Tass. Sogar der Ort stehe und werde bald verkündet.

In einem Punkt widersprach Uschakow aber den Aussagen der US-Regierung: Der Vorschlag für das Treffen auf oberster Eben sei aus den USA gekommen. Trump-Sprecherin Leavitt hatte dagegen gesagt, Russland habe den „Wunsch“ dafür geäußert.

Reaktion auf Putin-Trump-Treffen aus Russland verhalten – „Gefühl, Trump etwas anbieten zu müssen“

Insgesamt kamen aus Russland weit weniger enthusiastische Signale als aus den USA. Nach dem Treffen von Witkoff mit Putin hatte Putins Berater Uschakow das Gespräch „nützlich und konstruktiv“ genannt. Beide Seiten hätten ihre Positionen zur Ukraine „signalisiert“, hieß es vage.

Aufschlussreich ist eine Einschätzung des Moskau-Korrespondenten des britischen Sender Sky News, Ivor Bennett: Es gebe im Kreml „das Gefühl, dass Russland und Putin Trump etwas anbieten müssten, wenn sie seinen Zorn besänftigen wollen“, schilderte dieser. „Ein persönliches Treffen“ sei in diesem Sinne wohl „das Richtige“.

Trump-Putin-Treffen als Reaktion auf Ultimatum der USA an Russland bei Ukraine-Verhandlungen?

Unklar ist, welche Rolle die von Trump angekündigten Sanktionen gegen russische Handelspartner spielen bei dem nun anvisierten Treffen. Ist das Angebot eines persönlichen Gesprächs eine weitere Hinhaltetaktik Putins, um den US-Präsidenten vorerst zu beschwichtigen und von harten Sanktionen abzubringen?

Es wäre nicht das erste Mal, dass Trump sich von vorangegangenen Drohungen wieder distanziert, weil er von Russland guten Willen bei den Verhandlungen signalisiert bekommt. In Russlands Staats-TV reagierte man sogar höhnisch auf Trumps Ultimatum an Putin.

Trotz angekündigtem Treffen von Putin und Trump kein Endes Ukraine-Kriegs an der Front in Sicht

Zudem scheint es im Kreml bisher keinerlei Einlenken im Ukraine-Krieg zu geben. Man gibt sich weiter siegesgewiss. Am Mittwoch gaben Quellen aus dem Kreml internationalen Nachrichtenagenturen die Information, dass die Ukraine-Front in den kommenden zwei bis drei Wochen zusammenbrechen werde. Bloomberg berichtete zudem, dass man sich in Putins Regierung zwar einen Waffenstillstand vorstellen könne, aber nur in der Luft bezogen auf Drohnen und Raketen. Das Sterben an der Front und die Besetzung ukrainischer Gebiete soll demnach weitergehen.

Ob solche Zugeständnisse Russlands reichen, um Trump von seinem Ultimatum wieder abzubringen, ist unklar. Am Freitag (8. August) läuft das Ultimatum ab: Stimmt Putin bis dahin keiner Waffenruhe zu, will die US-Regierung neue Sanktionen verhängen. Es soll dann massive Strafzölle gegen Staaten geben, die weiterhin mit Russland handeln.

Bisher heißt es, das Ultimatum und die Konsequenzen daraus blieben bestehen. Putin hat das Ultimatum vergangene Woche bereits zurückgewiesen. Die Einnahmen aus fossilen Exporten an Länder wie etwa Indien sind wichtig für Russlands Kriegskasse.

Nach Treffen mit Putin will Trump auch Gipfel mit Selenskyj organisieren

Nach dem Putin-Treffen will Trump einen Dreier-Gipfel mit ihm, Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj organisieren. Selenskyj gab sich vorsichtig optimistisch zur Neuigkeit, dass Trump Putin bald treffen will: „Es scheint, dass Russland nun eher zu einem Waffenstillstand neigt“, sagte er in einer nächtlichen Videoansprache. Putin hatte sich bisher stets geweigert, Selenskyj zu treffen. (smu)

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Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/politik/putin-trump-treffen-us-praesident-schwaermt-kreml-reagiert-kuehl-zr-93871689.html