Das thailändische Restaurant Nightingale in der Dachauer Altstadt hat es in den renommierten Guide Michelin geschafft.
Als sie die E-Mail liest, kann sie’s erstmal nicht richtig glauben. Ihr Restaurant wird im Gourmetführer Guide Michelin empfohlen, steht da. Surreale Zeilen, denn vor nicht allzu langer Zeit war das Nightingale nichts anderes als ein schöner Traum in ihrem Kopf. Jetzt führt May Carqueville nicht nur seit eineinhalb Jahren das thailändische Restaurant in der Dachauer Altstadt, sondern hat gerade erfahren, dass ihre Küche so geschätzt wird, dass sie Michelin-Tester für „empfehlenswert“ halten.
Das Nightingale ist eines von drei Restaurants im Landkreis Dachau, die in dem Gourmetführer aufgelistet sind. Am besten bewertet wird dabei das Restaurant Mind in Indersdorf, das sogar mit einem Stern ausgezeichnet wurde. Das Gasthaus Weißenbeck in Bergkirchen wird für sein Preis-Leistungs-Verhältnis gelobt. Und jetzt, seit Ende Oktober, schwärmen die Tester auch vom Nightingale.
Kochkunst und Ambition: May Carquevilles Erfolgsrezept
May Carqueville ist niemand, der klein träumt. Nachdem die gebürtige Thailänderin mit ihrem Mann Dominik einige Jahre in Bangkok gelebt hat, hat sie sich gewünscht, in Dachau ein Restaurant zu eröffnen. Doch dieser Wunsch allein war nicht genug für sie: „Ich habe mich nach der Eröffnung gleich gefragt: Was ist mein nächstes Ziel? Ich wollte nie nur Alltag haben, und einfach nur kochen. Ich wollte etwas Außergewöhnliches kreieren, etwas Besonderes.“
Also war ihr Wunsch: Ich will es in den Guide Michelin schaffen. Hat sie. Wann die Tester da waren oder wie oft, weiß sie nicht. Sie weiß nur, dass es ihnen gefallen haben muss. Sie loben das „Ma-Hor – Karamellisiertes Schweinehackfleisch und Erdnüsse, Ananas, Koriander und Chili“ oder Curries wie „Gebratenes Wolfsbarschfilet mit Chu-Chee-Curry-Sauce und Kaffir-Limettenblättern“.
Auch die Optik gefällt den Testern: „Serviert wird in trendig-schickem Ambiente, ein Mix aus Restaurant und Bar“, heißt es etwa in der Empfehlung. „Ein bisschen Fernost in Dachau“. Im Inneren ist alles in gedimmtes Licht getaucht, Wände dunkelblau, dicke, dunkelbraune Bambusstämme, eine florale Tapete und einzigartige Holzlampen sorgen für Bangkok-Flair mitten in der Altstadt. Für die Geschmacksexplosionen im Mund sorgen May Carquevilles Kreationen. Wie das Miang Kham, eine kleine Gaumenfreude. Selbst geröstete Kokosnuss, Erdnuss, Ingwer, Schalotte und Limette, umhüllt von Cha-Plu-Blättern, mit hausgemachter Palmzucker-Sauce diese Kombination lieben die Gäste im Nightingale. „Allein die Sauce dafür kochen wir sechs Stunden ein“, erzählt die Köchin und lacht.
Mittagstisch
Das Nightingale hat ab Montag, 18. November, auch Mittags geöffnet.
Sie liebt es, die traditionellen Gerichte, die sie von klein auf von ihrer Oma gelernt hat, „immer weiter zu perfektionieren“. Und am liebsten sieht sie es, wenn sie in den Gesichtern der Gäste sehen kann, was ihre Kreationen auslösen. „Wenn ich höre, wie es den Leuten geschmeckt hat und wir zusammen noch ein paar Scherze am Tisch machen.“ Ein Restaurantbesuch im Nighingale soll schließlich ein Erlebnis für alle Sinne sein. Doch nicht nur die Erwähnung im Gourmetführer ist neu.
Ab kommendem Montag wird das Restaurant auch mittags öffnen. „Es soll eine kleine Karte mit Streetfoodgerichten geben“, erklärt May Carqueville. Acht Gerichte sind fürs Erste vorgesehen. Darunter: Khao Man Gai, Hähnchenschenkel mit Ingwer-Knoblauch-Reis mit Sojabohnensalat und Beilagensuppe für 14,50 Euro, eine Satay Bowl aus gegrillter marinierter Hähnchenbrust mit Quinoa-Reis, Karotten und leicht scharfer Erdnusssauce für 15,50 Euro oder Khoa Kluk Gapi; gebratener Reis mit Schrimppaste, mit karamellisiertem Schweinefleisch, Schalotten, grüne Mango, Schlangenbohnen und Omelettestreifen für 14,90 Euro.