In Zwolle im Norden der Niederlande hat ein Gericht eine Ehe für nicht rechtskräftig erklärt. Der Grund: Die Traurede wurde mithilfe von ChatGPT geschrieben – und in dieser fehlte eine entscheidende Passage, die das niederländische Gesetz vorschreibt.
"Die erwähnte Rede belegt, dass Mann und Frau die vorgeschriebene Erklärung nicht abgegeben haben", urteilte das Gericht laut der französischen Nachrichtenagentur AFP, wie unter anderem das Portal "Le Parisien" berichtet.
Rede von Standesbeamtin reicht nicht für Eheschließung
Das Paar hatte im April 2025 eine Bekannte gebeten, die Trauung als Standesbeamtin durchzuführen. In den Niederlanden ist das unter gewissen Umständen möglich. Sie erklärte die Braut und den Bräutigam zwar offiziell zu "Mann und Frau, vor allem aber zu einem Team", doch diese Formulierung reichte rechtlich nicht aus.
Eheschließungen in Deutschland
Das Paar wies laut AFP darauf hin, dass der Fehler außerhalb ihrer Kontrolle gelegen hätte und die anwesende Standesbeamte sie nicht auf die fehlende rechtliche Erklärung hingewiesen habe. Die Bitte der beiden, das Datum ihrer ursprünglichen Hochzeit als Datum ihrer rechtlichen Eheschließung beibehalten zu dürfen, lehnte das Gericht zusätzlich ab.
In Deutschland ist es Paaren übrigens gar nicht erst erlaubt, sich von Bekannten und Freunden offiziell trauen zu lassen. Eine rechtsgültige Eheschließung ist laut Bürgerlichem Gesetzbuch ausschließlich vor einem Standesbeamten oder einer Standesbeamtin möglich. Kirchliche oder freie Zeremonien haben keine rechtliche Wirkung. Sie sind nur symbolisch.