Projekt „Maximilianshof“: Krün macht den Weg frei

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Auf Krüner Flur liegt der etwa drei Meter breite Riedelweg. Nur über dieses 130 Meter lange Teilstück ist eine Erschließung des Maximilianshofs (im Hintergrund) von Wallgau aus überhaupt sinnvoll. © Peter Kornatz

Jetzt liegt der Ball wieder in Wallgau: Bei dem seit Jahren geplanten Umbau des Maximilianshofs in eine Nobelherberge hat der Gemeinderat Krün nun einer Vereinbarung mit den Nachbarn zugestimmt, welche die bis dato strittige Erschließung des Areals im Außengebiet regelt.

Krün/Wallgau – Gefühlt liegt er auf Krüner Flur, doch das exklusive Grundstück im Außenbereich gehört zu Wallgau. Die Rede ist natürlich vom Maximilianshof oder auch Café Einkehr genannt. Den hat bekanntlich der Münchner Architekt Steffen Werner erworben: Er möchte das verwaiste Gelände in ein Resort der gehobenen Klasse verwandeln. Wenn da nicht dieses Problem mit der Erschließung wäre, das zwischen den benachbarten Dörfern Wallgau und Krün sogar für atmosphäre Störungen gesorgt hat.

Doch nun ist Entspannung angesagt. Mehr noch: Krün macht sozusagen den Weg frei. Der Gemeinderat hat einhellig eine Vereinbarung auf den Weg gebracht, die die bislang ungeklärten Fragen bei der strittigen Erschließung regeln soll. „Für uns ist das eine verträgliche Lösung“, findet Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU). „Dann sind wir wenigstens nicht mehr schuld, wenn’s nicht funktioniert.“ So einen kleinen Seitenhieb kann sich der Rathauschef also nicht verkneifen. Zumal in Krün ohnehin wenig Freude bei dem Münchner Projekt aufkommen mag – gerade bei den Anwohnern der Krottenkopfstraße, die unmittelbare Nachbarn sind und die in ihrem Viertel regen Durchgangs- und Zulieferverkehr befürchten.

Doch das soll eigentlich mit der jüngst getroffenen Vereinbarung verhindert werden. Wallgau verpflichtet sich nämlich, die straßenrechtliche Erschließung des 6000-Quadratmeter-Areals im Außenbereich, das bislang meist vom Barmsee oder von Krün angefahren wurde, auf eigener Flur zu bewerkstelligen. Die künftige Strecke verläuft vom Parkhotel über die Finz und weiter über den Otenwanger Weg. Dieser mündet kurz vor dem Maximilianshof in den etwa drei Meter breiten Riedelweg, der die nächsten 130 Meter direkt zum ehemaligen Café Einkehr führt. Das Problem: Diese Trasse liegt in Krün.

Dort will man den künftigen Verkehr zwischen Wallgau und Maximilianshof dulden. Dafür muss Wallgau via Durchführungsvertrag die Kosten für den Unterhalt des Riedelweg-Teilstücks tragen. In einer Video-Konferenz haben die beiden Rathauschefs Schwarzenberger und Bastian Eiter (Wählerverein) letzte Details besprochen.

Das gilt auch für Punkt zwei der interkommunalen Vereinbarung: die Wasserversorgung. Bislang sorgte nämlich Krün dafür, dass die Nachbarn vom Maximilianshof nicht auf dem Trockenen sitzen. Das regelt künftig Wallgau, das eine entsprechende Versorgungsleitung realisieren möchte.

Im Gemeinderat Krün hörte man auch deutlich heraus, dass die getroffenen Vereinbarungen an einen touristischen Betrieb gekoppelt sein müssen. „Sollten dort Eigentumswohnungen entstehen, entfällt natürlich die Grundlage“, verdeutlicht Schwarzenberger. Nochmals betont er, dass Lieferanten und Baustellenfahrzeuge ausschließlich über Wallgau den Maximilianshof ansteuern sollen. Was im Zeitalter von Navigationsgeräten in der Wirklichkeit oft anders aussieht.

Bastian Eiter und der Wallgauer Gemeinderat haben nun also eine klare Handlungsgrundlage für die Fortentwicklung des Bebauungsplans „Sondergebiet Maximilianshof“. Bis heute kann der Rathauschef die Zweifel aus Krün bei diesem Projekt nicht nachvollziehen. „Ich kenne die Aktenlage“, unterstreicht Eiter. „Wir haben hier ein bestandskräftiges Café.“ Gerne erinnert er daran, dass besagter Bauernhof seit 1961 im Außenbereich haarscharf an der Krüner Gemeindegrenze existiert und geduldet wird. Auch bei der Erweiterung des Anwesens um ein Café und Gästezimmer 1971 spielten alle mit. „Nur deshalb sind wir jetzt diesen Weg gegangen.“

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