30er-Zonen, Fahrradstreifen und Bäume am Ortseingang: Benediktbeuern will Geschwindigkeit drosseln

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Ein Blitzer in Aktion (Symbolbild). © Sebastian Willnow

Der Benediktbeurer Gemeinderat erwägt Maßnahmen zur Verkehrslenkung. Bei der Bürgerversammlung sollen Maßnahmen vorgestellt werden.

Benediktbeuern – Die Verkehrsbelastung in Benediktbeuern „ist nicht so hoch, wie vielleicht gefühlt“: Das ist laut Bürgermeister Anton Ortlieb ein Fazit einer Untersuchung der Verkehrsströme durch ein Fachbüro. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte Ortlieb die Ergebnisse der Untersuchungen vor und betonte: „Wir haben keine Raserstrecken.“ Vor dem Hintergrund der Untersuchungsergebnisse beriet das Gremium über die Einrichtung von Tempo-30-Zonen und weitere Maßnahmen, wie der Verkehr besser geregelt und so die Verkehrssicherheit erhöht werden könnte.

Bürgermeister Ortlieb kann sich mehr Tempo-30-Zonen vorstellen

Wie Ortlieb erläuterte, seien im Rahmen der Untersuchung Geschwindigkeitsmessungen und Zählungen durchgeführt worden, wie viele Pkw wann in welche Richtung fahren. Dabei sei festgestellt worden, dass die Verkehrsbelastung in den Sammelstraßen des Ortes nicht viel höher sei, als in den Wohnstraßen. Bei Sammelstraßen handele es sich um größere Straßen wie die Dorf- oder die Asamstraße, über die der Verkehr von den Wohngebieten zu den großen Hauptverkehrsadern – etwa die B 11 – geleitet wird.

Die Ergebnisse bedeuten laut Ortlieb, dass man mit Ausnahme der B11 sowie der Kreisstraße, die entlang der Bahnlinie von Bichl ins Gewerbegebiet führt, „Tempo-30-Zonen ausweisen könnte“. Schon seit einiger Zeit macht sich der Gemeinderat Gedanken darüber, wie er angesichts steigender Nachverdichtung und einer zunehmenden Anzahl auf den Straßen geparkter Autos, den Verkehr besser regeln könnte, um den Verkehrsfluss und die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern zu gewährleisten.

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Der Vorschlag der Experten laute nun, das Dorf in Nord-Süd-Richtung zu teilen. Die Kreisstraße sowie die B11 müssten dabei ausgespart werden. „Die kann man nicht beeinflussen, weil wir da auch nicht zuständig sind.“ Ost- und westseitig der B 11 könnte jeweils eine 30er-Zone entstehen. In diesen beiden Gebieten würde dann die Rechts-vor-links-Regel gelten. „Das wird am Anfang zu Irritationen führen“, so der Bürgermeister. Weiße Markierungen auf den Straßen könnten die Umgewöhnung erleichtern. Der Vorteil von 30er-Zonen wäre laut Ortlieb, dass man weniger Verkehrsschilder brauche – man also den Schilderwald im Dorf auslichten könnte. In den 30er-Zonen könnten zudem weiß markierte Parkzonen geschaffen werden. „Damit wäre der Kernort geregelt.“ Richtung Gschwend müsste die 30er-Zone aufgrund der Entfernung wieder aufgehoben werden. Hier seien „partiell“ aber 30er-Straßen möglich.

Mit Bäumen an den Ortseingängen lässt sich die Geschwindigkeit reduzieren

Mit Bäumen an den Ortseingängen der B11, die wie eine Art „Tor“ gepflanzt würden, könnte man zusätzlich durch optische Mittel die Fahrgeschwindigkeit reduzieren, so ein weiterer Vorschlag der Experten. Auch einseitige Fahrradstreifen, wie es sie in Kochel gibt, wären grundsätzlich denkbar; etwa entlang der Asam- und Schwimmbadstraße, so Ortlieb. Diese Asphaltstreifen auf der Fahrbahn hätten aber Vor- und Nachteile, gab er zu bedenken. Zwar könnten Autos dann nicht mehr am Straßenrand parken, was etwa in der Schwimmbadstraße durchaus wünschenswert wäre. „Aber der, der parken will, der wird sich einen anderen Platz suchen“, gab Ortlieb zu bedenken. Andererseits habe es in einem Nachbarort bereits „Irritationen“ gegeben, wenn zwei Radfahrer, die in entgegengesetzter Richtung unterwegs sind, sich auf dem Streifen begegnen.

Grundsätzlich befürworteten die Gemeinderäte die Einführung von Tempo-30-Zonen sowie die Schaffung von Fahrradstreifen. Um die Bürger auf diese Umstellung vorzubereiten, soll das Vorhaben in der Bürgerversammlung vorgestellt werden. Die Versammlung ist für Donnerstag, 11. Juli, geplant. Hier soll dann auch eine genaue „Zeitschiene“ für die Einführung bekannt gegeben werden. (fn)

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