Münchner Tierschützer sind frustriert, nachdem das KVR ihrem Vorschlag nicht gefolgt ist. Nun appellieren sie an die Bewohner der Stadt.
München – Bereits die Überschrift der Pressemitteilung lässt erahnen, wie groß die Enttäuschung beim Tierschutzverein München ist. „Silvester 2024 erneut ohne Rücksicht auf Münchner Tiere“, heißt es in der Aussendung vom 28. Oktober. Daran informiert der Verein über einen Antrag, dem das KVR nicht gefolgt ist.
Vorgeschlagen hatten die Tierschützer, zum Jahreswechsel eine Schutzzone im Umfeld des Tierheims in Riem sowie des Tierparks in Hellabrunn einzurichten. In den genannten Bereichen sei das Abbrennen von Feuerwerkskörpern zu unterlassen.
Tierschützer fordern Schutzzonen zu Silvester in München
„Jahr für Jahr werden unzählige Wildtiere wie auch Heimtiere zum Jahreswechsel in extremen Stress und Todesangst versetzt. Gerade Wildtiere werden durch die Knallerei und die Lichtblitze völlig unvorbereitet aufgeschreckt“, heißt es in der Pressemitteilung.
Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) – in seinem Zuständigkeitsbereich liegen „Sprengstoffangelegenheiten“ – erkennt offenbar keinen Spielraum für ein entsprechendes Abbrennverbot. „Demnach wurde die Rechtsgrundlage hierfür bereits 2020 vollumfänglich geprüft und für nicht gegeben erklärt. So ließe die Bebauung weder rund um das Tierheim noch um den Tierpark eine Einstufung als besonders brandempfindlich zu“, verweist der Verein auf die entsprechende Einschätzung der Behörde.
„Geld könnte an anderer Stelle viel sinnvoller eingesetzt werden“
Die Münchner Tierschützer reagieren konsterniert. „Feuerwerk, vor allem das private Böllern, ist schon immer unsinnig und sollte aus verschiedenen Gründen längst abgeschafft werden“, schimpft Pressesprecherin Kristina Berchtold. „Es verschmutzt die Umwelt, birgt große Verletzungsgefahren, verschwendet Unmengen an Geld, das an anderer Stelle viel sinnvoller eingesetzt werden könnte und ist für die meisten Tiere der blanke Horror.“
Zwei Monate vor dem Jahreswechsel nutzt der Verein seine Pressemitteilung für einen Aufruf: „Wir appellieren an alle Münchner, freiwillig auf Böller und Raketen zu verzichten und damit Menschen, Tiere und Umwelt zu schützen.“