Es war ein Fest des Miteinanders und der gelebten Inklusion: Die feierliche Eröffnung des neuen Heilpädagogischen Kinderhauses „Miteinander“ im Kloster Maria Ward zeigt, was möglich ist, wenn Menschen gemeinsam anpacken.
Mindelheim – In ihrer Ansprache blickte Katharina Sinz, Vorständin der Lebenshilfe Memmingen/Unterallgäu, auf einen besonderen Weg zurück. Der Grundstein für dieses inklusive Projekt wurde im März 2020 gelegt – jetzt ist aus einer Vision Realität geworden. Möglich wurde dies durch das Zusammenspiel aus Engagement, Vertrauen und Planungssicherheit: „Ein Projekt wie dieses ist nicht wie ein Neubau planbar“, so Florian Schuster von der Wohnbaugenossenschaft. „Doch durch die enge Zusammenarbeit mit Architekten, Pädagoginnen und Handwerkern haben wir Unmögliches möglich gemacht.“
Das Ergebnis, ein Ort, an dem Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam aufwachsen, lernen und gefördert werden – in einer liebevollen, strukturierten Umgebung. Das Kinderhaus folgt einem klaren inklusiven Leitbild: Jedes Kind wird in seiner Einzigartigkeit gesehen – unabhängig von Tempo, Lautstärke oder Einschränkungen. Seit 1990 setzt sich die Lebenshilfe konsequent für Inklusion ein und hat mit dem Kinderhaus einen weiteren Meilenstein gesetzt.
Auch die symbolische Bedeutung des Orts macht das Projekt besonders. Das Kloster Maria Ward ist seit über 300 Jahren ein Ort der Bildung. Die behutsame Umwandlung gelang dank enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz, reibungslosem Bauverlauf – und Mut zur Vision. 6.800 Quadratmeter wurden umgebaut, 20 Millionen Euro investiert, die ursprünglich geplante Dauer von zehn bis 15 Jahren auf gut vier Jahre verkürzt.
Die Segnung der Räume durch Pfarrer Daniel Rietzler und Pfarrer Sebastian Ziegler war der emotionale Höhepunkt, bevor Gäste beim Tag der offenen Tür das moderne, kindgerechte Ambiente in den Klostermauern erleben konnten.
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