Mitarbeitergespräche sorgen bei vielen Beschäftigten für Nervosität. Dabei entscheiden oft nicht Inhalte allein, sondern das Verhalten im Gespräch über den Eindruck bei Vorgesetzten.
Die US-Karriereberaterin Sarah Baker Andrus erklärt im Gespräch mit CNBC Make It, dem Karriere- und Finanzressort des US-Wirtschaftssenders CNBC, welche Fehler Angestellte im Jahresgespräch mit ihrem Chef vermeiden sollten.
Die 3 häufigsten Fehler im Mitarbeitergespräch
- Unvorbereitet ins Gespräch gehen:
Wer ohne aktuelle Selbsteinschätzung erscheint oder einfach Unterlagen aus dem Vorjahr wiederverwendet, signalisiert fehlende Entwicklungsbereitschaft. Laut Andrus ist das ein schwerer Fehler, da Leistungsbeurteilungen auch später noch als Referenz dienen können. - Emotional oder defensiv auf Kritik reagieren:
Sofortiges Rechtfertigen oder Widersprechen wertet Andrus als Warnsignal. Kritik sollte zunächst ruhig aufgenommen werden. Wer anderer Meinung ist, kann um ein späteres Gespräch bitten – emotionale Reaktionen schaden dagegen oft dem Verhältnis zur Führungskraft. - Das Gespräch mit Nebenthemen überfrachten:
Konflikte mit Kollegen oder organisatorische Probleme gehören nicht in die Leistungsbeurteilung. Das Mitarbeitergespräch sollte sich auf Leistung, Entwicklung und Ziele konzentrieren – für andere Themen sind separate Termine sinnvoll.
Wer vorbereitet in das Gespräch geht, Rückmeldungen sachlich annimmt und den Fokus auf die eigene Entwicklung legt, kann das Mitarbeitergespräch gezielt nutzen – und laut CNBC Make It damit auch die Zusammenarbeit mit der Führungskraft langfristig stärken.
Wer im Mitarbeitergespräch nicht nur bewertet wird, sondern selbst Rückmeldung geben möchte, steht oft vor einer zusätzlichen Herausforderung. Denn Kritik an Vorgesetzten zu formulieren, ohne das Verhältnis zu belasten, erfordert Fingerspitzengefühl.
Kritik am Chef im Mitarbeitergespräch richtig formulieren
Konstruktives Feedback gelingt vor allem dann, wenn es sachlich und lösungsorientiert vorgetragen wird. Konkrete Beispiele helfen, Kritik nachvollziehbar zu machen und Missverständnisse zu vermeiden.
Gleichzeitig fördern offene Fragen den Dialog, statt eine Abwehrhaltung auszulösen. Psychologische Studien zeigen zudem, dass Kritik schnell als Bedrohung wahrgenommen wird – umso wichtiger ist ein respektvoller Ton, der Entwicklung ermöglicht und nicht blockiert.