Diesige Überraschung für Badegäste auf der Ostsee-Insel Fehmarn. Innerhalb von Momenten fast nichts mehr zu sehen. Der DWD erklärt das Wetterphänomen.
Fehmarn – „Ganz plötzlich war er da“, schreibt ein Ostsee-Urlauber auf Facebook. Ein anderer berichtet: „Sonniger, herrlicher Tag. Kann man mal ein paar Platten fangen und dann: ‚Fog – Nebel des Grauens‘. Seenebel oder Küstennebel innerhalb von Minuten. Noch nie live erlebt.“
Küstennebel mitten im Sommer: Wetterphänomen überrascht Ostsee-Badegäste auf Fehmarn
Der Küstennebel, ein auf den deutschen Nordseeinseln eigentlich bekanntes Phänomen, war am Freitagmittag (18. Juli) eine dicke Überraschung auf Fehmarn. Denn: Das Wetter-Ereignis kommt normalerweise eher im Winter oder Herbst vor, manchmal auch im Frühjahr.
Im Sommer ist die Entstehung des auch als Seenebel bekannten Phänomens auch möglich, aber eben sehr selten, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) auf Nachfrage von IPPEN.MEDIA erläutert.
So entsteht Küstennebel – DWD-Meteorologe erklärt: „Das geht sehr schnell“
Damit Nebel entsteht, muss feuchte Luft aufs Meer ziehen und das Wasser dort kälter sein, als die zuvor über Land aufgeheizte Luftmasse. Kühlt die herausgetragene Luft weit vor der Küste ab, kommt es zur Kondensation. Der Grund: Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit speichern, als kalte.
Wenn dann der Wind dreht, kann diese Nebelwolke zurück an den Strand gedrückt werden. Der Küstennebel ist da. „Und das geht sehr schnell“, heißt es vom DWD-Meteorologen. Innerhalb von fünf bis zehn Minuten ist plötzlich als zugehangen.
Strand auf Fehmarn plötzlich mitten im Nebel: DLRG verhängt Badeverbot und holt Menschen aus dem Wasser
So geschehen am Freitag gegen 12.30 Uhr am bekannten Fehmarner Südstrand, wie die Agentur News 4 berichtet. Dichter Nebel hüllte die drei markanten Hotel-Türme der IFA, die vom renommierten Architekten Arne Jacobsen entworfen wurden, fast vollständig ein. Auch Teile der Strände und das Meer waren kaum noch zu sehen.
Die DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) reagierte mit einer Lautsprecherdurchsage und verhängte ein Badeverbot. Sie hisste die roten Flaggen und verstärkte die Patrouillen am Strand. Dennoch gab es einige wenige Unbelehrbare, die die Aufforderung, das Wasser zu verlassen, ignorierten.
Nach etwa einer halben Stunde war der dichteste Nebel schon wieder durchgezogen und die ersten Strandgäste durften zurück ins Wasser.
Über den Mai 2025 war Deutschland in den Fängen eines noch heikleren Wetterphänomens, ein Dürreloch hielt extrem lange an. Auch jetzt zeigt sich der Sommer phasenweise mit Extrem-Temperaturen. (moe)