Sein Schicksal rührt zu Tränen: Der heute elfjährige Roman Oleksiv aus Lemberg (Lwiw) überlebte im Jahr 2022 einen russischen Raketenangriff. Seine Mutter hingegen kam dabei ums Leben. Am Mittwoch berichtete der ukrainische Junge bei einer Rede im Europäischen Parlament von seinem Schicksal. Die Dolmetscherin, die seine Erzählungen ins Englische übersetzen sollte, brach dabei in Tränen aus. "Ich werde auch ein wenig emotional", sagte sie, als sie in ein Taschentuch schnäuzte. Roman selbst erzählte gefasst, wie er den Angriff erlebte.
Roman verliert bei Raketenangriff seine Mutter
Der damals achtjährige Junge wartete mit seiner Mutter Halyna in der ukrainischen Stadt Winnyzja auf einen Arzttermin, als Raketen in die Klinik einschlugen. 26 Menschen kamen bei dem Angriff ums Leben, darunter seine Mutter. Roman erlitt schwere Verbrennungen an 45 Prozent seines Körpers und innere Verletzungen. Doch er konnte aus dem Gebäude kriechen. 35 Operationen waren nötig. Die Folgen spürt der Elfjährige noch heute, die Narben werden sein Leben lang bleiben. Vor dem Europäischen Parlament sagte der elfjährige Junge tapfer: "Das war das letzte Mal, dass ich meine Mutter gesehen habe, und das letzte Mal, dass ich mich von ihr verabschieden konnte."
Dolmetscherin bricht bei Erzählungen des 11-Jährigen in Tränen aus
Nach diesem Satz konnte die Dolmetscherin ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Weil sie nicht mehr selbst übersetzen konnte, kam ihr ein Kollege zu Hilfe. Auch die übrigen Anwesenden im Saal kämpften mit den Tränen. Roman berichtete weiter von dem Moment, in dem er seine Mutter und beinahe sein eigenes Leben verlor: "Ich habe gesehen, dass sie unter dem Stein lag, ich habe ihr Haar gesehen, ich konnte ihr Haar berühren und mich von ihr verabschieden. Danach lag ich mehr als 100 Tage im Koma, wurde 35 Mal operiert und hatte einen sehr langen Weg der Genesung und Rehabilitation vor mir."
Roman mit Appell: "Weiterhin ukrainischen Kindern helfen"
Zum Schluss äußerte Roman noch einen Appell: "Ich möchte Ihnen sagen, dass wir gemeinsam stark sind und dass Sie niemals aufgeben sollten und dass wir weiterhin ukrainischen Kindern helfen müssen. Danke."
Nach einer jahrelangen Tortur, etlichen Krankenhausaufenthalten und Behandlungen im Ausland konnte Roman Ende 2024 schließlich seine Gesichtsmaske ablegen. Der Junge und sein Vater leben heute wieder in der Ukraine. Die Leidenschaft für das Tanzen gab Roman in der schwersten Zeit seines Lebens Halt.