Von Barock bis Modern: Das Konzert „Confusions“ am kommenden Sonntag im Thomahaus verspricht außergewöhnlich zu werden.
Dachau - „Confusions“, also Verwirrungen, ist der ungewöhnliche Titel eines ungewöhnlichen Konzerts, das am nächsten Sonntag, 19. Januar, ab 17 Uhr im Dachauer Ludwig-Thoma-Haus zu hören ist.
Es spielen Susanna Morper an der Violine, Petra Morper am Klavier und Cembalo und der Cellist Gregor Babica „einige der schönsten Werke der Violinliteratur aus dem Früh- und Hochbarock, der Klassik, Romantik, des Impressionismus und der Moderne“, wie es in der Konzertankündigung heißt. Vom Veranstalter, dem Verein „Musik Erleben in Dachau“, kommt noch folgender Hinweis: Es geht um „Irren, Wirren und Wahn in der Musik durch die Jahrhunderte“. Und, wie Susanna Morper sagt: „Wir zeigen, wie nahe Genie und Wahnsinn oft beieinander liegen.“
Die Idee dazu hatten Susanna Morper und Petra Morper, weil sie von einigen Komponisten wussten, welche persönlichen Qualen sie erlitten hatten. Wie etwa von Robert Schumann, der versuchte hatte, sich umzubringen. Oder sie waren von der Pest heimgesucht, gebeutelt von finanziellen und sozialen Schwierigkeiten, dem Wahn verfallen, vom Regime unterdrückt oder religiös erleuchtet.
„Viele Komponisten hatten mit den Widrigkeiten des Lebens, ihres Umfelds oder ihres eigenen Kopfes zu kämpfen.“ Dass sie dennoch oder gerade deswegen „wundervolle Musik“ schaffen konnten, habe sie „richtig gepackt“, beschreiben Susanna Morper und deren Mutter Petra Morper ihre Motivation für diesen Abend. Die Geschichten und Anekdoten rund um die Musik wird Susanna Morper präsentieren.
Das Publikum darf sich besonders auf die höchst engagierte und erfolgreiche Violinistin Susanna Morper freuen. Die 28-Jährige, die auch freie Mitarbeiterin der Heimatzeitung ist, hat im vergangenen Jahr zwei bedeutende internationale Preise bekommen. Den renommierten „Vivaldi-Competition“, einen Jugendmusikpreis, gewann sie mit der Höchstpunktzahl. Und dazu noch einen Sonderpreis für „Visionary Creativity“. Sie hatte das selten gespielte und schwierige 1. Violinkonzert von Béla Bartók mit einer Tonstudioaufnahme und einem Video eingereicht – und dabei sehr eigenwillige, kreative Interpretationen gezeigt. Beim „North International Music Competition“ errang sie den zweiten Preis.
Der North International Music Competition ist ein renommierter Online-Musikwettbewerb für Musiker aus aller Welt. „Unser Ziel ist es, Künstler mit herausragender Persönlichkeit zu entdecken und Auszeichnungen zu vergeben, die ihnen dabei helfen können, eine internationale Karriere zu starten“, heißt es in der Beschreibung. Für Susanna Morper, die in vielen Orchestern und Ensembles auftritt, könnte das zu einer weiteren Stufe führen auf ihrer ganz persönlichen Erfolgsleiter.