Über hundert Jesuskindl aus aller Welt in Dießen

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Kirchenführer Werner Häckl (vorne) und Pastoralreferent Nikolaus Matosevic legen letzte Hand an bei der Aufstellung der erstmals ausgestellten Krippe aus Korea. © Roettig

Mit Industriekitsch, wie man ihn auf vielen Weihnachtsmärkten findet, haben die Krippen im Dießener Pfarrmuseum nichts gemein. Was den Besucher hier über der Winterkirche St. Stephan und dem Traidtcasten erwartet, sind ausnahmslos handgefertigte und künstlerisch wertvolle Unikate aus aller Welt, zum Teil historische Kostbarkeiten aus Holz, Ton, Wachs oder Papier. Sie stammen größtenteils aus der Sammlung des ehemaligen Dießener Pfarrers Monsignore Heinrich Winterholler (1931-1997).

Dießen – Kirchen- und Ortsführer Werner Häckl öffnet die weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannte Sammlung wieder ab dem ersten Advent bis zu Heilig Dreikönig, allerdings nur an den Wochenenden, am zweiten Weihnachtsfeiertag sowie an Neujahr. Aus der über 200 Krippen umfassenden Sammlung des Pfarrmuseums wurden die hundert wertvollsten und ungewöhnlichsten Darstellungen der Heiligen Nacht ausgewählt und attraktiv platziert. Erstmals wird heuer eine um 1950 in Südkorea geschaffene Krippe gezeigt. Hier wurden die Figuren mit asiatischen Gesichtszügen in Nationaltrachten aus farbenprächtiger Seide gehüllt. Das Christentum hatte seit dem späten 18. Jahrhundert in Korea eine bedeutende Präsenz, wobei die Religionsausübung nach der Spaltung speziell in Nordkorea stark eingeschränkt ist, wie Pastoralreferent Nikolaus Matosevic erläuterte. Er und Werner Häckl haben die Krippenausstellung zum Teil neu platziert, damit auch die Stammgäste immer wieder neue Attraktionen entdecken können.

Dießener Krippenmuseum bietet handgefertigte Unikate aus aller Welt - aus Papier, Holz oder auch Ton

Ein Blickfang ist die farbenfrohe und exotische Krippe aus Peru, wo die Menschen und Tiere besonders lange Hälse haben, angeregt wohl durch die Lamas. Aus Greifenberg kommt die papierene „Weiße Krippe“ von Oskar Nort und aus dem Dießener Augustinum eine klassische Krippe, aus Ton gefertigt von der Modelliergruppe des Seniorenstifts - unter Anleitung von Anneliese Mittermayr, der Mutter von Schauspielerin Michaela May. Naive Schnitzkunst vom Feinsten ist die Bayerische Krippe des Schöffeldinger Land- und Gastwirts Michael Kaindl (1931 - 2000). In seiner Freizeit zerlegte er mit der Kettensäge Baumstämme und schnitzte daraus Tierfiguren und „Mantschgerl“, wie er Heilige und Engel nannte. Seine Krippe ist ein wertvolles Zeugnis heimatlicher Volkskunst im Landkreis, wie Werner Häckl betont.

Die kleinste Krippe ist in einer Nussschale drapiert, die monumentalste besteht aus 420 Figuren auf einer Länge von zehn Metern. Es ist die berühmte „Gschwind-Krippe“, gesammelt vom ersten Dießener Pfarrer nach der Säkularisation, Ludwig Gschwind. Eine der wertvollsten plastischen Darstellungen der Weihnachtsgeschichte ist eine mechanische Krippe von 1830 aus Böhmen, in der sich die Figuren mittels einer Drehkurbel bewegen.

Ein Besuch der Krippenausstellung neben dem Marienmünster lohnt sich auf jeden Fall. Vom ersten Adventssonntag bis zum 6. Januar ist das Pfarrmuseum an den Wochenenden sowie am zweiten Weihnachtsfeiertag und am Neujahrstag jeweils von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Während des Dießener Weihnachtsmarkts vor dem Marienmünster ist das Museum am 6. Dezember von 13 bis 17 Uhr geöffnet und am 7. Dezember von 11 bis 17 Uhr. Der Zugang erfolgt über den Eingang der Kirche St. Stephan neben dem Marienmünster per Aufzug in das zweite Obergeschoß. Der Eintritt beträgt drei Euro, Kinder bis zehn Jahren und Menschen mit Behinderungen zahlen nichts.

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Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/landsberg-kreisbote/ueber-hundert-jesuskindl-aus-aller-welt-im-diessener-krippenmuseum-94056377.html