Noch nie haben im Unterallgäu so viele Menschen den Flexibus genutzt wie 2024. Das Angebot ist attraktiv und „nicht mehr wegzudenken“, so Landrat Alex Eder. Nach vier Jahren mit stabilen Preisen kommt zum 1. Januar 2026 eine Fahrpreiserhöhung.
Unterallgäu – Seit 2021 kennt man im Landkreis Unterallgäu die Flexibusse, die den Fahrgast nach erfolgter Reservierung an einer Haltestelle abholen und zu einer anderen fahren – einfach und flexibel. Sieben sogenannte Flexibusknoten, also Gebiete, in denen das Angebot genutzt werden kann, gibt es im Landkreis. Insgesamt haben 57.628 Fahrgäste 2024 das Angebot genutzt – und damit 14 Prozent mehr als 2023. Sachgebietsleiterin Christine Heim freut sich über die „schöne Entwicklung“. Jede Fahrt mit dem Flexibus sei „sinnvoller als mit dem eigenen Pkw“, unterstrich Eder.
Besonders in den städtischen Knoten wie Mindelheim mit über 15.000 und Bad Wörishofen mit über 13.000 Fahrgästen war das Angebot gut nachgefragt, um Wege zum Einkaufen oder Arztbesuch zu bewältigen. Aber auch das Gebiet „Türkheim-Ettringen“ hatte mit 8.592 Fahrgästen über 2.200 mehr als noch 2023. Ettringens Bürgermeister Robert Sturm ist stolz auf diese Entwicklung und führt sie auch darauf zurück, dass man den Flexibus aktiv beworben und zum Beispiel Flyer an alle Haushalte verteilt hat. Er sei ein echter Verfechter dieses Angebots, das besonders diejenigen unterstützt, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Alle Flexibusse sind über eine Rampe oder einen Lift für Rollstuhl, Gehhilfe oder Kinderwagen zugänglich.
Etwas Nachbesserungsbedarf gibt es noch an den Schnittstellen zwischen zwei Knoten – wenn man zum Beispiel von Türkheim nach Bad Wörishofen fahren möchte. Hier ist die Abwicklung noch nicht sehr komfortabel, aber Eder versprach auf die „Verzahnung noch mehr Augenmerk“ zu legen.
Fahrpreiserhöhung kommt
Seit 2022 wurden die Fahrpreise für den Flexibus stabil gehalten. Zum 1. Januar 2026 kündigte der Landkreis eine Tariferhöhung an, um den deutlichen gestiegenen Kosten gerecht zu werden. Der Ausschuss für Mobilität, Nahverkehr und Verkehrsvernetzung stimmte auf seiner letzten Sitzung einer Erhöhung ohne Gegenstimme zu. Die genaue Höhe steht noch nicht fest, aber ein Rechenbeispiel zeigte die Richtung: Für einen Erwachsenen könnte sich eine Einzelfahrt für eine Wabe von 2,40 auf 3,00 Euro verteuern. Es solle aber weiterhin eine Ermäßigung von 20 Prozent für Kinder und Senioren gelten. Zukünftig wird sich der Flexibus-Tarif an den Tarifanpassungen des Verkehrsverbundes Mittelschwaben (VVM) orientieren.
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