Auf die Kommunen kommt mit der Erhöhung der Kreisumlage eine Mehrbelastung zu, trotzdem wurde der Haushalt des Landkreises einstimmig beschlossen.
Als bei der letzten Kreistagssitzung im Jahr in Ismaning Krautköpfe verschenkt wurden, lagen die größten Exemplare auf der Bühne, direkt hinter Landrat Christoph Göbel (CSU). Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) scherzte bei seiner Begrüßung: „Es war ein schwieriges Krautjahr. Trotzdem bekommt der Landrat die großen Kaliber. Und wir wollen trotz der Erhöhung der Kreis㈠umlage auch nicht mit Krautköpfen auf dich werfen.“ Der Kreistag hat den Haushalt 2025 pünktlich beschlossen, und zwar einstimmig.
Anfangs klaffte ein beispielloser Minusbetrag von 90,3 Millionen Euro. Nach achtwöchigem Streichkonzert fehlten noch 41,1 Millionen. Um dieses Defizit auszugleichen, steigt die heiß diskutierte Kreisumlage erstmals über 50 Prozent: um drei Prozentpunkte von 48,8 auf 51,8 Prozent.
Anfangs drohte eine Erhöhung von 6,6 Prozentpunkten
Der Haushalt weist ein Gesamtvolumen von 1,26 Milliarden Euro auf: 973,46 Millionen entfallen auf den Verwaltungshaushalt für laufende Kosten, und 286,35 Millionen sind im Vermögenshaushalt für Investitionen vorgesehen. Der Kreis verfügt über Rücklagen von 12,63 Millionen und hat Schulden von 327,86 Millionen.
Wo zu Beginn eine Erhöhung der Kreisumlage um 6,6 Prozentpunkte drohte, wirkten am Ende drei Prozentpunkte direkt moderat. „Uns ging es darum, die Kommunen nicht übermäßig zu belasten“, sagte Göbel. Viele Gemeinden müssten jeden Euro zweimal umdrehen, um ihre Pflichtaufgaben zu finanzieren. „Dass wir die 50-Prozent-Marke bei der Kreisumlage überschreiten, ist entgegen unserer Zielsetzung und soll eine Ausnahme sein.“ Schwerpunkte im Kreishaushalt seien soziale Sicherung, Ausbau der weiterführenden Schulen und der ÖPNV.
Dank von allen Seiten für die konstruktive Zusammenarbeit
Dank erhielt Göbel von allen Seiten für die konstruktive Zusammenarbeit. Viel Lob erhielt auch Kreiskämmerer Felix Heinrich, der seinen ersten Kreishaushalt meisterte. Er hatte die Reserven bei den Haushaltsansätzen der Geschäftsbereiche aufgezeigt. Hier hielten die Kreisräte Kürzungen von über 23 Millionen für vertretbar. Göbel sagte: „Wir gehen sorgsam mit dem Geld um, wir haben jetzt nicht die Polster wie sonst.“
Bei den Investitionen liegt der Schwerpunkt auf dem Erwerb von Grundstücken, etwa für einen weiteren Standort für das Landratsamt (110 Mio), für den Schulcampus in Haar (43,5 Mio), für ein Feuerwehrausbildungszentrum (17 Mio) oder Wohnungen in Pasing für Landkreisbeschäftigte (insgesamt 31 Mio). Weitere Mittel sind für den Bau der Berufsschule München-Land (15,5 Mio) sowie für die weiterführenden Schulen vorgesehen.
Grüne sehen keinen Grund für Pessimismus
Annabell Wünsche betonte für die CSU: „Die Überschreitung der 50-Prozent-Marke bei der Kreisumlage sehen wir als vorübergehend.“ Christoph Nadler (Grüne) sieht „keinen Grund für Pessimismus“, angesichts einer Umlagekraft von 1,37 Milliarden, auch wenn 95 Millionen Euro weniger eingenommen wurden als 2024: „Wir sollten Standvermögen haben und so eine Delle durchstehen.“ Otto Bußjäger (FW) lobte die transparenten Informationen der Kämmerei und die „ergebnisoffene Zusammenarbeit“. Florian Schardt (SPD) dankte dafür, dass Haushaltsansätze „eingedampft“ wurden, wie von der SPD gefordert. Er kritisierte, dass bei der „Aktion Zukunft Plus“ zu viel Geld aufgelaufen sei, weil lokale Projekte zur Treibhausgaskompensation fehlten. Zudem vertraue er darauf, dass „Doppelstrukturen“ in der Kreisverwaltung eruiert würden, etwa im Bereich der Integration, damit mehr Kapazitäten in den Unterkünften ankämen.