Das Bundeskriminalamt (BKA) hat einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge seit Jahresbeginn mehr als 1000 verdächtige Drohnenflüge registriert. Dies geht demnach aus einem erstmals erstellten internen Bundeslagebild zur Gefährdung durch das "Tatmittel Drohnen" hervor, das der Zeitung vorliegt.
BKA-Präsident Holger Münch sprach der "Bild" gegenüber von einer "ausgeprägten Gefahrenlage". Das Lagebild zur Drohnengefährdung werde seit Anfang des Jahres geführt, darin würden "alle Daten von Verdachtsfällen" einbezogen. Auch Erkenntnisse der Bundeswehr flössen darin ein.
Wer steckt hinter den Drohnenflügen?
Auf die Frage, ob die Drohnen immer von russischen Akteuren gesteuert würden, sagte Münch der "Bild": "Das wissen wir nicht mit hundertprozentiger Sicherheit." Dies liege auch an der Schwierigkeit, der Drohnenpiloten überhaupt habhaft zu werden und sie befragen zu können. In vielen Fällen vermutet Münch jedoch nach eigenen Angaben "offensichtlich" staatlich gesteuertes Vorgehen, das darauf abziele, Verunsicherung zu stiften.
Drohnen zur Informationsgewinnung?
Neben psychologischen Effekten könnten die Drohnenflüge auch der Informationsgewinnung dienen. Münch verwies insbesondere auf Überflüge militärischer Einrichtungen und sagte: "Häufig werden in Deutschland militärische Einrichtungen überflogen, wo auch ukrainische Soldaten ausgebildet werden – die möglicherweise ein Smartphone dabei haben. Die Drohne misst, welche Smartphones vor Ort sind, und kann sie dann später vielleicht wieder an der ukrainischen Front feststellen."