Seit Jahren ist die Gemeinde Baierbrunn damit befasst, eine Erweiterung ihrer Grundschule zu planen. Doch die Schülerzahlen schrumpfen stetig und entfachen eine Diskussion, ob ein Neubau überhaupt Sinn macht.
Baierbrunn - Erst wurde ein Neubau überlegt auf dem Wirthsfeld, sogar der Hügel bei St. Peter und Paul kam mal in Betracht als Bauplatz für das Projekt. Jetzt kam in der „Gesprächsrunde“, die die Gemeinde kürzlich zur Flüchtlingsunterbringung veranstaltet hat, heraus, dass die Schülerzahlen tiefer gesunken sind als erwartet – worauf ein Besucher in der Bürgerfragestunde des jüngsten Gemeinderats Bezug nahm.
Mit weniger als 180 Kindern ist Bestand der Schule in Gefahr
„Wenn gerade nur noch 182 Buben und Mädchen bei uns unterrichtet werden und die Zahlen weiter sinken auf 140 Kinder im Jahr 2027“, wollte er wissen, „warum erweitern wir dann überhaupt die Schule?“ Es ist nämlich so, dass, wenn weniger als 180 Kinder eine Grundschule besuchen, deren Bestand dann nicht mehr gesichert ist. Baierbrunn würde in dem Fall seine Rektorin Konstanze von Unold einbüßen, es würde auch keine Konrektorenstelle mehr finanziert. Weshalb Bürgermeister Patrick Ott (ÜWG) bei der Gesprächsrunde auch gemeint hatte, man sei froh, wenn Geflüchtete mit Kindern kämen, die dann eben helfen, die Klassenzimmer im nötigen Maß zu füllen.
Ganztag macht Neubau unumgänglich
In der Sitzung meinte er jetzt, der immerhin 20 Millionen Euro teure Neubau sei aber so oder so unumgänglich. Zum einen, weil ja auch Baierbrunn den Ganztag anbieten muss ab 2026 – und das im Bestand räumlich eben einfach nicht möglich sei. Zum anderen überlege man, auf lange Sicht weiteres Bauland auszuweisen, „es gibt schon lang Bitten aus dem Ort“. Aber auch er räumte ein: „Insgesamt ist das eine Diskussion, die wir führen müssen.“ Das Thema wird demnächst auf der Tagesordnung landen.