Von Wien bis Walchensee: Ein Abend, der Klanggeschichte schrieb

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Die Tanzhausgeiger begeistern in der Aula der Walchenseer Dorfschule beim dritten Wiener Abend: (v.li.) Hermann Haertel, Erna Ströbitzer, Daniel Moser, Johanna Kugler und Simon Ackermann. © Habersetzer

Die Wiener Tanzhausgeiger begeistern in Walchensee mit packenden Rhythmen, Wiener Schmäh und musikalischen Entdeckungen aus alten Zeiten.

Walchensee – Die Wiener Tanzhausgeiger haben bei ihrem Auftritt in der Aula der Walchenseer Dorfschule dem zahlreich erschienenen und begeisterten Publikum musikalische Welten eröffnet. Nicht nur mit ihren pulsierenden und mitreißenden Rhythmen, sondern auch wissenschaftlich untermauert. Dass dabei der Wiener Schmäh nicht zu kurz kam, gehörte einfach dazu. Die Musik, entdeckt in alten Handschriften und Überlieferungen, präsentierte das eingeschworene Quintett meisterhaft. Johanna Kugler (Geige), Herman Haertel (Geige und Kontrabass), Erna Ströbitzer (Kontra), Daniel Moser (Saxophon und Flöte) und Simon Ackermann (Kontrabass) verstanden sich blind und zauberten ohne Noten die Melodien aus ihren Instrumenten.

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Zu dem Wiener Abend gehörte auch ein von Küchenchef Stefan Hässelbarth köstlich zubereitetes Drei-Gänge-Menü, bestehend aus Kürbiscremesuppe, Gulasch und einer Wiener-Melange-Cremeschnitte.

Wiener Klangschmelztiegel: Böhmen, Ungarn & Alpenmusik erobern die Stadt

Wien war und ist ein Schmelztiegel, in dem viele ihre neue Heimat fanden, etwa das musikalische Böhmen mit seiner Blechmusik oder die Ungarn mit ihrem Csárdás, einer Wirtshausmusik und traditionellen Tanzform. Ebenso die Mazurkas aus Galizien, ein Gesellschaftstanz, der auch im alpenländischen Raum Fuß fasste. Aus dem Alpenraum des Salzkammergutes kamen die Jodler nach Wien. Der Hofadel war einst von den Musikanten derart begeistert, dass er ihnen Engagements in den zahlreichen Salons und Kaffeehäusern verschaffte. „Auch aus dem Isartal brachten die Flößer nicht nur Waren und das begehrte Holz aus dem Karwendel für das Gebälk des Wiener Stephansdoms dorthin, sondern auch ihre Musik mit“, ließ Anton Sprenger, Vorsitzender des Mittenwalder Geigenbaumuseums, als heimatkundlichen Beitrag einfließen. Dies war beim „Haushamer Plattler“ deutlich herauszuhören.

Begeisterter Applaus für Wiener Musikzauber und Walchenseer Gastgeber

Das Publikum war begeistert: „Das ist erste Sahne, wie die Wiener Musikanten die verschiedenen Einflüsse rüberbrachten und erklärten“, kommentierte Geigenbaumeister Sprenger das Programm. Nicht vergessen darf man das hervorragende Team der Initiative „Dorfleben Walchensee“, das nicht nur kulinarisch, sondern auch organisatorisch glänzte. Die Wiener verabschiedeten sich unter großem Applaus und Zugaben. Ihr Motto: „Wenn ma einmal sterben, vielleicht in hundert Johr, dann spielen wir nicht nur den Walchenseern, sondern den Engeln im Himmel was vor.“ (LEONHARD HABERSETZER)

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