Unser Theater Schwabhausen zeigt „Liebestirade gegen einen sitzenden Mann“ von Marquez

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Barbara Maria Messner trägt den Monolog „Liebestirade gegen einen sitzenden Mann“ auf Deutsch vor. © Schelle

„Nichts ist der Hölle so ähnlich, wie eine glückliche Ehe.“ Mit diesem Satz betritt Barbara Maria Messner die Bühne. Sie ist Graciela, eine Frau, die am Tag ihrer Silberhochzeit beschließt, das Schweigen zu brechen. Dem rund eineinhalbstündigen Monolog lauschen die Zuschauer gebannt, die sich zuvor im ausverkauften Kulturzentrum und Theaterlabor „Unser Theater“ in Schwabhausen eingefunden haben.

Schwabhausen - Wobei es eigentlich kein Monolog ist. Immerhin schmettert sie ihrem Ehemann ihr Leid des letzten Viertel-Jahrhunderts entgegen. Der, dargestellt durch einen roten Sessel, muss bis zum Schluss ertragen, was sie die letzten Jahre ertragen hat. Es liegt wohl in der Natur des Sessels, dass er nichts erwidert. Aber auch als leibhaftiger Ehemann hätte er wohl keine Chance. Graciela redet sich in Rage. Angefangen bei der jungen Liebe, sie war arm, er war reich, die aus Protest gegen das Elternhaus zustande kam. Die Ehe half Graciela, gesellschaftlich aufzusteigen, doch mit dem Einzug in die obere Gesellschaftsschicht ging unweigerlich ihre Vereinsamung einher – und ihre aufkeimende Abneigung gegenüber ihrem Mann.

Und der bemühte sich auch nicht wirklich, die Harmonie wiederherzustellen. Stattdessen wurde er untreu, schlief mit Frauen, die „hässlicher sind, als ich“, findet Graciela. Und auch sie selbst war nicht unschuldig, hat sie doch ihren Mann mit jemandem betrogen, den er ihr in Paris vorgestellt hatte.

Lange Rede kurzer Sinn

„Ich hatte gar nichts, aber für dich hab ich auf alles verzichtet“, sagt Graciela, doch jetzt ist sie es leid. All die Dinge, die sie früher an ihrem Ehemann anziehend fand, empfindet sie heute als abstoßend. Der Tag der Silberhochzeit soll der letzte einer langen Ehe sein.

Der Verein „Unser Theater“ würdigte den kolumbianischen Autor Gabriel Garcia Marquez zu seinem zehnten Todestag und präsentierte daher das einzige Theaterstück des Schriftstellers. Es wurde 1989 veröffentlicht und in Schwabhausen auf Deutsch und Spanisch aufgeführt. Weitere Termine sind am 26. und 27. April. Infos unter www.unsertheater.de.

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