Geothermie-Probebohrungen für den Campus Garmisch-Partenkirchen: „Wir bohren nichts ins Blaue hinein“

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Ein Bohrturm wie dieser wird ab Montag auf dem Campus-Gelände aufgebaut. © Geowell Erdwärme

Der künftige Campus in Garmisch-Partenkirchen soll mit sauberer Energie versorgt werden, konkret: mit Erdwärme. Dafür beginnen die Probebohrungen. Mit einem Aus des Geothermie-Projektes rechnet scheinbar niemand.

Garmisch-Partenkirchen – Ein Bohrturm kommt nächste Woche nach Garmisch-Partenkirchen. Am Bahnhof sucht er nach Erdwärme. Denn die Longleif gGmbH will den künftigen Campus und all seine Einrichtungen darauf über nachhaltige Geothermie versorgen. Ob sich dieser Wunsch realisieren lässt, müssen die Probebohrungen zeigen, die voraussichtlich am Mittwoch, 17. April, starten und planmäßig nach maximal drei Tagen abgeschlossen sind. Die Anlieger sollen davon wenig mitbekommen. Zwar könnten sie die Arbeiten hören, sagt Campus-Projektentwickler Maximilian Mayer. „Aber sie dürften nicht stören. Das ist kein Kompressor.“ Von den Probebohrungen hängt einiges ab. Sie entscheiden darüber, ob sich die Wunsch-Energie-Anlage realisieren lässt. Ansonsten hätte Longleif das Geld umsonst investiert. Davon aber gehen die Verantwortlichen nicht aus.

Bezahlt werden die Arbeiten aus Mitteln der Leifheit-Stiftung und damit von einem Vermögen, mit dem der Markt Nachhaltiges für seine Senioren schaffen möchte und muss. „Damit gehen wir verantwortungsbewusst um“, betont Mayer. Sprich: Die Longleif-Entscheider werfen das Geld nicht einfach auf gut Glück in ein Erdloch.

Probebohrungen für Geothermie: Keine Angaben zu Kosten

Wie viel die Probebohrungen kosten, verrät Mayer nach Rücksprache mit Geschäftsführer Viktor Wohlmannstetter nicht. Zum einen, weil der Betrag von Bodenbeschaffenheit sowie Bohrtiefe abhängt und damit noch nicht feststeht. Zum anderen, weil man bei Longleif über die Ausgaben schlicht noch nicht sprechen möchte. Das Geld für die Probebohrungen sieht man als Startkapital für das Gesamtprojekt Geothermie. An ein Aus nach dem Test denkt Mayer nicht. „Da müsste es schon saudumm laufen.“ Die Probebohrungen sollen in seinen Augen zeigen, wie viel Erdwärme genutzt werden kann, nicht ob.

Zuversichtlich stimmt sein Team und ihn generell die Bodenbeschaffenheit, die anhand vielfältiger Daten bereits im Vorfeld geprüft wurde. Hinzu kommt die Erfahrung der Fachfirma Geowell aus Penzberg. Generell seien die Voraussetzungen für Geothermie im Loisachtal sehr gut, versicherten die Experten. Einige Projekte geben ihnen recht, die sie in der Region umgesetzt haben. „Wir bohren hier nicht einfach ins Blaue hinein“, betont Mayer. Ohne die überaus vielversprechenden Voraussetzungen „wären wir das Risiko vielleicht gar nicht eingegangen“. Wohlmannstätter betont via Pressemitteilung, dass Nachhaltigkeit und Klimaschutz beim Campus-Projekt von Anfang an im Zentrum standen. Damit sieht er den Start der Probebohrung als „wichtigen Schritt auf dem Weg zur Realisierung des Campus Garmisch-Partenkirchen“.

Probebohrungen nach einer Woche abgeschlossen

Ihre Anlage baut die Firma Geowell am Montag und Dienstag, 15. und 16. April, auf. Ab Mittwoch läuft sie, je nach Wetter bis Donnerstag oder Freitag. Um jeden Lärm nachts zu vermeiden, enden die Bohrarbeiten um spätestens 19 Uhr. Nach Abschluss wird das Loch mit einer speziellen Zement-Betonit-Mischung verfüllt und härtet dann etwa eine Woche aus. Anschließend kommt der entscheidende Geothermal-Response-Test, der die Wärmeleitfähigkeit der unterschiedlichen Bodenschichten sowie die Untergrundtemperatur ermittelt und damit das Potenzial einer Erdwärme-Anlage zeigt. Wann die Ergebnisse vorliegen, weiß Mayer nicht. Überzeugt aber ist er vom positiven Ausgang. „Dann wissen wir, dass sich die Anlage realisieren lässt.“

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