Leerstand in Top-Lage

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Das sogenannte Waldherrhaus in Feldafing steht leer. Kapazitäten, eine Sanierung oder einen Neubau zu planen, hat die Gemeinde derzeit nicht. © Andrea Jaksch

Das Waldherrhaus ist von der Lage her ein Feldafinger Filetstück, allerdings nicht von seinem Zustand. Geht es nach Bürgermeister Bernhard Sontheim, soll sich darüber der nächste Gemeinderat Gedanken machen. Aktuell sei die Verwaltung mit einer Renovierung oder gar einem Neubau überlastet. Dabei gibt es Ideen.

Das Waldherrhaus am Kirchenweg nahe des Feldafinger Kirchplatzes befindet sich zweifellos in bester Lage. Allerdings ist das Haus in schlechtem Zustand, weshalb der Gemeinderat bereits im Herbst 2022 beschlossen hat, freigewordene Wohnungen nicht mehr zu vermieten. Nun ist das Haus leer. Was damit passieren soll, darüber soll sich der nächste Gemeinderat, der im März 2026 gewählt wird, Gedanken machen. Das wünscht sich jedenfalls Bürgermeister Bernhard Sontheim, weil er im Moment in der Rathausverwaltung keine Kapazitäten sieht, irgendetwas zu unternehmen. Der Gemeinderat folgte seinem Wunsch, nicht aber, ohne eine Idee oder ein anderes Vorgehen anzusprechen.

Das Waldherrhaus liegt in zentraler Lage, das Grundstück in Größe von 1470 Quadratmetern ist aber wegen des Kirchenwegs nur zum Teil nutzbar. „Nutzbar sind maximal 900 Quadratmeter, weil quer durch das Areal die Straße verläuft“, erklärte Bürgermeister Sontheim auf Anfrage. Das Haus besteht aus Erdgeschoss, erstem Stock und ausgebautem Dachgeschoss. Acht Wohnungen in verschiedenen Größen gibt es laut Sontheim darin, von der Ein- bis zur Dreizimmerwohnung.

Es wohnt dort niemand mehr, vor knapp vier Wochen ist der letzte Mieter ausgezogen. Nur eine der Ein-Zimmer-Wohnungen dient der Gemeinde als Obdachlosenunterkunft. „Das ist die einzige Wohnung, die in einem Zustand ist, in dem man sie einer Mutter mit einem oder zwei Kindern anbieten kann“, sagte Sontheim. Es passiere immer wieder, dass eine Frau mit ihren Kindern ihr Zuhause verlasse und dann im Rathaus um Unterkunft bitte, erzählte der Rathauschef.

Rechtlich ist die Gemeinde in solchen Fällen verpflichtet, für ein Dach über dem Kopf zu sorgen. Das passiere derzeit im Waldherrhaus, so Sontheim. Die künftige Unterkunft für vorübergehend obdachlos gewordene Feldafinger soll im Alten Rathaus Platz finden. Vor dem Herbst, so schätzte Sontheim in der jüngsten Ratssitzung, werde die Unterkunft im Alten Rathaus aber nicht fertig sein.

Das Waldherrhaus ist also ein Areal, das die Gemeinde neu gestalten könnte. Durch eine Renovierung des Hauses oder auch durch einen Neubau. Noch vor Kurzem hatte Sontheim das Gebäude auf seiner Zu-erledigen-Liste. Jetzt hat er angesichts der Kapazitäten im Rathaus umgeschwenkt. „Wir müssten planen und Angebote einholen. Das würde bis in den Herbst dauern, und bis alle Angebote vorliegen, hätten sich die Baukosten schon wieder verdoppelt.“ Deshalb bat er den Gemeinderat darum, die Zukunft des Waldherrhauses ins nächste Jahr zu vertagen. „Wir sind momentan weder personell noch finanziell in der Lage, das zu stemmen.“

Matthias Schremser (CSU) schlug vor, auf dem Areal ein Einheimischenmodell zu schaffen mit Wohnungen für Familien. „Das ist ideal, das Grundstück gehört uns, aber der Bestand ist marode.“ Möglich sei genossenschaftlicher Wohnbau, ergänzte Sontheim. „Ein Einheimischenmodell ist rechtlich kaum mehr durchzubekommen.“ Dr. Michael Keltsch (AUF) stimmte zwar der Vertagung zu, hielt es aber für schade, in der Sache ein Jahr lang untätig zu sein. „Könnten wir uns nicht in einer Klausurtagung Gedanken dazu machen? Es gibt mehrere Liegenschaften im Ort, die sich gegenseitig befruchten könnten.“

Dem widersprach Sontheim nicht. Natürlich müsste ein Neubau so gestaltet sein, dass er städtebaulich einen Gewinn darstellt, sagte er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. „Das geht kaum auf die Schnelle.“ Eine mögliche Neugestaltung des Kirchplatzes spiele hier mit hinein, und auch das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept habe Ideen für den Kirchplatz. Seine Forderung im Gemeinderat war jedoch eindeutig: „Bitte macht uns keine Arbeit.“ Dem folgte der Gemeinderat einstimmig.

Sontheim versprach, sich Gedanken zu machen, in welchem Rahmen eine Ideensammlung für das Grundstück stattfinden könnte.

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