„Fällt uns sehr schwer“: Deutsches Familienunternehmen muss Stellen abbauen

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Der familiengeführte Maschinenbauer Knoll reagiert mit einem Stellenabbau auf die schwache Konjunktur. Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden.

Stuttgart – Die schwache Konjunktur in Verbindung mit steigenden Kosten und einem sinkenden Auftragsbestand hat im bisherigen Jahr viele Firmen vor große Herausforderungen gestellt. Erst vor wenigen Wochen musste ein deutsches Familienunternehmen seine Ausgaben kürzen und kündigte einen Stellenabbau am Stammsitz an. Das blüht einer Mitteilung zufolge auch der ebenfalls familiengeführten Knoll Maschinenbau GmbH mit Sitz in Bad Saulgau (Kreis Sigmaringen, Baden-Württemberg). Das 1970 gegründete Unternehmen setzt dabei auf Freiwilligkeit und will betriebsbedingte Kündigungen vermeiden.

Die Knoll Maschinenbau GmbH geht auf einen von Walter Knoll gegründeten Ein-Mann-Betrieb zurück und beschäftigt heute rund 1.200 Mitarbeiter weltweit, den Großteil am Hauptsitz in Bad Saulgau. Wie viele Maschinenbauer kämpft das in zweiter Generation geführte Unternehmen aktuell aber mit der schwachen Konjunktur und muss sich deshalb neu aufstellen. Das geht mit einem Stellenabbau einher, der dem Familienunternehmen eigenen Angaben zufolge sehr schwerfällt. Jüngst hatte auch ein anderes Familienunternehmen den Abbau einer dreistelligen Zahl an Stellen angekündigt.

Maschinenbauer Knoll baut Stellen in Produktion und Verwaltung ab – „fällt uns sehr schwer“

Der Mitteilung zufolge geht die Knoll Maschinenbau GmbH aktuell nicht von einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden Jahren aus und muss deshalb vorausschauend handeln. Bis Dezember sollen demnach in der Produktion und in der Verwaltung 140 Stellen abgebaut werden. „Wir müssen auf die anhaltend schwache Konjunktur reagieren und unsere Personalkapazität an die wirtschaftliche Entwicklung anpassen“, erklärt Geschäftsführer Matthias Knoll. „Daher haben wir in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat ein Freiwilligenprogramm gestartet.“

Name Knoll Maschinenbau GmbH
Gründung 1970
Sitz Bad Saulgau, Baden-Württemberg
Branche Maschinenbau
Mitarbeiter rund 1.200 weltweit, davon 1.100 am Hauptsitz

Dieses Freiwilligenprogramm soll den Mitarbeitern gewisse Möglichkeiten bieten und zudem betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. „Zum ersten Mal in der Firmengeschichte reduzieren wir unseren Personalbestand aus wirtschaftlichen Gründen“, wird Matthias Knoll in der Mitteilung weiter zitiert. „Diese Entscheidung ist für uns sowohl persönlich als auch unternehmerisch bitter und fällt uns sehr schwer.“ Die Mitarbeiter am Stammsitz in Bad Saulgau wurden am Dienstag (28. Oktober) über die Maßnahme informiert, sie soll in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat erfolgen.

Der Hauptsitz des familiengeführten Maschinenbauers Knoll in Bad Saulgau, Kreis Sigmaringen, Baden-Württemberg.
Der Maschinenbauer Knoll reagiert mit einem Stellenabbau auf die schwache Konjunktur. Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden. © Knoll Maschinenbau GmbH

Knoll-Betriebsratschef zeigt sich zuversichtlich – „Zusammenarbeit ist konstruktiv und verlässlich“

Der Betriebsrat ist laut der Mitteilung zuversichtlich, dass die Personalmaßnahmen bei Knoll sozial verträglich umgesetzt werden. „Auch wenn wir als Betriebsrat nicht in allen Fragen die gleiche Position vertreten wie die Geschäftsleitung, gelingt es uns immer wieder, gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden“, erklärt der Vorsitzende Peter Widmann. „Die Zusammenarbeit ist konstruktiv und verlässlich, und auf Zusagen von Geschäftsleitung und Betriebsrat konnten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bisher immer verlassen.“ Auch ein anderer traditionsreicher Maschinenbauer setzte auf ein Freiwilligenprogramm, um Personalkosten zu senken.

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