Merz-Regierung will 8-Stunden-Tag abschaffen – diese Folgen blühen Ihnen im Job

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Die Merz-Regierung plant die Abschaffung des 8-Stunden-Tags und ebnet den Weg dafür. Arbeitgeber jubeln, Gewerkschaften drohen mit Protesten.

München – Das Bundeskabinett verabschiedete am 28. Januar die neue Nationale Tourismusstrategie. Doch in dem Papier versteckt sich auch eine wichtige arbeitsrechtliche Veränderung: Künftig soll eine wöchentliche statt der täglichen Höchstarbeitszeit gelten. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche begründete das Vorhaben mit den Worten: „Wir entlasten Unternehmen, bauen Bürokratie ab und schaffen mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt.“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gibt am Rande seines Besuchs bei dem Unternehmen Bosch ein Pressestatement.
Die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will das Arbeitszeitgesetz flexibler gestalten. © Kay Nietfeld/dpa


Bisher erlaubt das Arbeitszeitgesetz maximal acht Stunden täglich, ausdehnbar auf zehn Stunden bei entsprechendem Ausgleich. Diese starre Regelung soll nun aufgeweicht werden. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung Christoph Ploß (CDU) kündigte an: „Die Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes, mit der in Zukunft eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit gilt, soll noch in diesem Jahr beschlossen werden.“

Abschaffung des 8-Stunden-Tags: Gewerkschaften laufen Sturm gegen Plan der Merz-Regierung

Die Veränderung würde bedeuten, dass Arbeitnehmer, besonders in der Tourismus-, Gastronomie und Pflegebranche längere Schichten – bis zu zwölf Stunden oder mehr an einzelnen Tagen – leisten könnten, solange die wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden im Referenzzeitraum eingehalten wird. Die SPD-Arbeitsministerin Bärbel Bas will bereits im ersten Halbjahr 2026 einen Referentenentwurf vorlegen. Gespräche mit Arbeitgebern und Gewerkschaften zwischen Juli und Oktober brachten jedoch keine Annäherung.

Die Gewerkschaften mobilisieren derzeit zum Widerstand. Guido Zeitler, Chef der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG), warnt in einer Pressemitteilung: „Viele Köchinnen und Kellner erreichen das Rentenalter wegen der hohen körperlichen Belastungen gar nicht.“ Seine Forderung ist klar: „Wer den Personalmangel ernsthaft bekämpfen will, muss Arbeitsbedingungen verbessern statt Arbeitstage auf bis zu 13 Stunden auszudehnen. Flexibilität darf nicht einseitig zulasten der Beschäftigten gehen.“ Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und Großgewerkschaften wie Verdi und IG Metall kündigten Proteste an, berichtet die Tagesschau. Sie befürchten eine Aushöhlung von Kernrechten der Arbeitnehmer.

Tourismusbranche freut sich über mehr Flexibilität

Die Tourismusbranche begrüßt dagegen den Vorstoß. Guido Zöllick, Präsident des Gastroverbands Dehoga, erklärt: „Die Umstellung von der täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit schafft für Betriebe und Beschäftigte die dringend benötigte Flexibilität gerade im People-Business Gastgewerbe mit seinen starken Nachfragespitzen.“ Auch andere Branchen wie Bau und Handwerk könnten profitieren. Besonders mittelständische Betriebe mit schwankender Auftragslage erhoffen sich mehr Spielraum.

Die geplante Reform steht noch 2026 auf der Agenda. Ob sie tatsächlich kommt, hängt von den harten Verhandlungen zwischen Regierung, Sozialpartnern und Parlament ab. (Quellen: Spiegel, NGG, Tagesschau) (jus)

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