Schockwelle in Chinas Armee - Admiräle Miao Hua und Dong Jun wegen Korruption bestraft

Admiral Miao Hua, Mitglied der Zentralen Militärkommission (CMC) und Leiter der Abteilung für Politische Arbeit, wurde wegen „schwerwiegender Disziplinarverstöße" suspendiert, wie das chinesische Verteidigungsministerium mitteilte. Laut dem „Business Insider“ ist die Untersuchung gegen Miao Teil einer umfassenden Antikorruptionskampagne, die bereits zahlreiche hochrangige Militärbeamte und Führungskräfte der Verteidigungsindustrie erfasst hat.

Ermittlungen auch gegen Verteidigungsminister Dong Jun

Zusätzlich zu Miao Hua steht auch Chinas derzeitiger Verteidigungsminister, Admiral Dong Jun, unter Verdacht. Laut dem „Wall Street Journal“ könnte Dong der dritte Verteidigungsminister in Folge sein, der in Korruptionsfälle verwickelt ist, nachdem seine beiden Vorgänger, Li Shangfu und Wei Fenghe, im Juni wegen Bestechung verurteilt wurden. Die aktuellen Ermittlungen werfen erneut Fragen zur Integrität und Einsatzbereitschaft des Militärs auf.

Xi Jinpings Ziel ist es, die Kontrolle über die politisch einflussreiche Volksbefreiungsarmee (PLA) zu stärken und die Modernisierung der Streitkräfte voranzutreiben. Trotz möglicher Widerstände innerhalb der Partei betrachtet er die Kontrolle über das Militär als unverzichtbar, um seine Autorität zu festigen und die PLA als moderne und schlagkräftige Armee zu etablieren.

Hintergrund zu Miao Hua

Miao Hua trat bereits 1969 in die Armee ein. Den Großteil seiner Karriere verbrachte er in den Bodentruppen der Volksbefreiungsarmee (PLA). Seine Dienstjahre in Fujian überschnitten sich mit der Zeit, in der Xi Jinping dort als lokaler und regionaler Administrator tätig war. 2014 wechselte Miao auf ungewöhnliche Weise zur Marine der PLA und wurde politischer Kommissar. 2017 wurde er Direktor der Abteilung für politische Arbeit der Zentralen Militärkommission (CMC) und trat als eines von vier ordentlichen Mitgliedern in die CMC ein, unter Xi und den beiden Vizevorsitzenden.