Tegernsee stimmt Maßnahmen zur Risikominimierung bei Sturzflut zu

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Vor erneute Ereignisse geschützt: Die Stadt Tegernsee will das Risiko bei Sturzflut minimieren und die Bürger sensibilisieren. © Fridolin Thanner

Tegernsee will in Zukunft bei Starkregen und Sturzfluten gesichert sein. Deshalb nimmt die Stadt an einem neu aufgelegten Sonderprogramm teil.

Tegernsee – Die Stadt Tegernsee nimmt derzeit an einem neu aufgelegten Sonderprogramm zum Sturzflut-Risikomanagement teil. Im Rahmen dieses Projektes werden in Tegernsee-Süd vorbeugende Maßnahmen ergriffen, um bei Starkregen und Sturzfluten besser geschützt zu sein.

Für Zukunft gesichert: Tegernsee stimmt Maßnahmen zur Risikominimierung bei Sturzflut zu

Diese Unwetterereignisse sind lokal begrenzt und meist von kurzer Dauer, treten jedoch in hoher Intensität auf. Sie lassen sich aufgrund der enormen Dynamik kaum kanalisieren. Dies führt zu hohen Wasserständen, auch fern von Gewässern. Erschwerend kommt hinzu, dass diese Ereignisse mit wenig Vorwarnzeit stattfinden. Bei einer Sondersitzung der Stadt wurden zu treffende Maßnahmen von Hochwasserexperten vorgestellt.

Zunächst wurde an die Bilder in Valencia dieses Jahres erinnert. Dort hatte ein Unwetter die spanische Stadt zerstört. Auch das Tegernseer Tal war bereits mehrmals von Naturkatastrophen wie Hochwasser betroffen. Davor will Tegernsee in Zukunft gesichert sein. Um das Schadenspotenzial zu verringern, errechnete das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim ein digitales Geländemodell und erstellte eine Wasserrisikokarte für Tegernsee.

Errechnung eines digitalen Geländemodells und Erstellung einer Wasserrisikokarte

Anhand dieser Karte können die Stadt und auch jeder einzelne Hausbesitzer sein Risiko abschätzen und zusätzlich gezielte Maßnahmen zur Vorsorge treffen. Diese Maßnahmen seien eine „freiwillige Sache“, erklärte Bürgermeister Johannes Hagn, „werden allerdings für willige Kommunen vom Staat gefördert.“ Der Fokus lege zunächst auf „kritische Objekte“ das seien Gebäude von allgemeinem Interesse, in Tegernsee unter anderem der Lidl Parkplatz, die B 307 und das Seniorenzentrum Schweighofbach. Ebenso wird auf die Befahrbarkeit der Straßen für Pkws und Rettungsfahrzeuge geachtet.

Die erstellte Karte wurde veröffentlicht, damit Bürger sehen können, wo es gefährlich für sie sein könnte. Die Maßnahmen für kritische Objekte wurde ebenfalls vorgestellt. So sollen unter anderem die Durchlässe für die B307 vergrößert werden und Notwasserwege erschaffen werden. Bei dem Seniorenzentrum Schwaighof soll der Regenwasserkanal vergrößert werden. Bei dem Lebergbach soll ein Gewässerausbau stattfinden, ebenso beim Wiesen- und Schwaighofbach, um eine Ausuferung zu vermeiden.

Willige Kommunen werden von Staat gefördert

Hagn machte dem Gremium klar: „Wir müssen das alles nach und nach abarbeiten, es wird seine Zeit dauern.“ Ein besonderes Anliegen Hagns war es die Bürger für diese Ereignisse zu sensibilisieren und sie darauf vorzubereiten. „Die Eigenvorsorge jedes einzelnen ist das Wichtigste“, appellierte er. Im Frühjahr 2025 wird dann in Tegernsee eine Bürgerinformationsveranstaltung stattfinden, bei der Fragen beantwortet, Pläne ausgehängt und die Wasserrisikokarte erklärt werden. Das Gremium beschloss einstimmig, die Maßnahmen zur Risikominimierung umzusetzen. Ende 2026 steht dann Tegernsee-Nord auf dem Plan.

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