Mit Corona-Idee ins Finale des Gastro-Gründerpreises

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Franziska Weidner aus Feldafing hat für ihre Präsentation in Hamburg beim Finale des Gastr-Gründerpreises mal eben für ein Video mehr als 20 Foodtrucks in München aufgestellt. © privat/Tizian Voss

In der Pandemie gründete Franziska Weidner 2020 eine Zweckgemeinschaft, um Betreiber von Foodtrucks zusammenzubringen. Heute steht sie mit der Firma „Food Trucks United“ in Hamburg im Finale des deutschen Gastro-Gründerpreises.

Feldafing – „Alle zusammen“, lautet das Motto der diesjährigen „Interorga“. Die internationale Leitmesse für Bäckereien, Konditoreien, Hotellerie und Gastronomie findet vom 8. bis 12. März in Hamburg statt. Am Freitag wird dort der deutsche Gastro-Gründerpreis verliehen. Unter den fünf Finalisten ist auch die Firma „Food Trucks United“ aus Feldafing.

Für Inhaberin Franziska Weidner ist das diesjährige Motto besonders schön, denn ihr Unternehmen verfolgt ein ähnliches Ziel. Alles begann mitten in der Corona-Pandemie: Wenn es ihre Zeit erlaubte, half die gelernte Veranstaltungskauffrau ihrem Vater Andreas Weidner, der mit seinem Foodtrailer als „Herr von Schwaben“ in München und im Umland unterwegs ist. 2020 gründete die damals 26-Jährige die Zweckgemeinschaft „Food Trucks United“. Ihr Ziel war und ist es, den Betreibern von Foodtrucks, die in dieser Zeit besonders an Bedeutung gewannen, eine Plattform zu bieten. „Es hat als Ein-Mann-Betrieb angefangen“, erinnert sich Weidner. Mittlerweile ist viel mehr daraus geworden. Seit November ist „Food Trucks United“ eine eingetragene Gesellschaft. „Wir haben die Entscheidung getroffen, eine GmbH zu gründen, um noch mehr Truckern helfen zu können“, erzählt die 29-Jährige.

Die Plattform fungiert als eine Art Catering-Agentur. Stellt ein Kunde eine Anfrage, wird der Termin mit den teilnehmenden Partnern geteilt. So seien die über 150 teilnehmenden Foodtrucker keine Konkurrenten, sondern Kollegen. Auch für den Kunden sei der Vorgang angenehm. Werden für ein Firmenevent beispielsweise zehn Trucks benötigt, kann der Kunde hierfür eine Anfrage an Franziska Weidner stellen, anstatt jeden Foodtruck einzeln anzuwerben. Eine Veranstaltungs-form findet sich allerdings nicht im Kalender: „Food Trucks United organisiert keine Food-Truck Festivals“, erklärt die Inhaberin. Dennoch behält jeder einzelne Trucker seine Entscheidungsfreiheit. Wer auf einem Festival verkaufen wolle, könne dies natürlich tun.

Trucks auf rund 700 Veranstaltungen

Auf etwa 700 Veranstaltungen war „Food Trucks United“ im vorigen Jahr vertreten, 450 davon waren Firmenevents. Für Franziska Weidner ist da noch Luft nach oben: „Wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen“, betont sie. Einer der Gründe, weshalb sie sich im November für den deutschen Gastro-Gründerpreis bewarb: „Wir wollen das Ganze mit dem Preis noch mehr professionalisieren“, erklärt Weidner. „Ich glaube an das, was wir tun, warum sollten wir das nicht zeigen?“, fragt die Inhaberin rhetorisch. Durch einen selbsterstellten Video-Beitrag gelangte die Firma unter die Besten 30 von 100 Teilnehmern.

Ein Social-Media-Wettbewerb brachte die Agentur unter die Besten zehn und damit ins Halbfinale nach Hamburg. Anfang Februar überzeugte Franziska Weidner die Fachjury von ihrem Konzept in einer zehnminütigen Präsentation und sicherte sich und „Food Trucks United“ so einen Platz im Finale. „Die Gastronomiebegeisterten davon überzeugen, dass unser Konzept das Beste ist“, lautet Weidners Ziel. Dafür hat sie im Finale nur fünf Minuten Zeit. Die Firmeninhaberin bezeichnet ihr „praktikables Konzept“ als „Zahn der Zeit“. „Es ist schnell, hip und flexibel. Es spiegelt unsere Zeit wieder.“ Auch, dass Gastronomen in dieser Form zusammenarbeiten würden, gebe es so deutschlandweit noch nicht.

Derzeit arbeitet die 29-Jährige schon an ihrer finalen Präsentation. Vergangene Woche trafen sich dafür 22 Trucks zu einem Videodreh im Olympiapark. Sie selbst war mit ihrem eigenen Foodtruck von „Herr von Schwaben“ vor Ort. Dass das überhaupt möglich war, liege an dem Netzwerk, was sich über die Jahre aufgebaut habe. Und es soll nach dem Finale weiterwachsen. „Der Fokus liegt jetzt erst mal auf dem Gründerpreis, danach schauen wir, wo die Reise hingeht“, erklärt Weidner. Aktuell suche „Food Trucks United“ nach einem neuen Büro und Lagerräumen. Dass das ganze Projekt so schnell wächst, hätte die Inhaberin vor vier Jahren wahrscheinlich nicht gedacht. „Das Unternehmen war nie geplant, und jetzt ist es so groß geworden“, freut sich Franziska Weidner. (pm)

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