Satte Geldspritze für Schloss Linderhof: Knapp 17 Millionen Euro stellt der Freistaat für die Sanierung des markanten Maurischen Kiosks im Schlosspark zur Verfügung.
Ettal - Florian Streibl, Landtagsabgeordneter aus Oberammergau und Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler (FW), ist nicht überraschend „sehr erfreut“, wie er per Pressemitteilung verkündet, dass diese hohe Summe in seine Heimatregion fließt: Vertreter der Regierungsfraktionen im Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags hatten zuvor dafür gestimmt, knapp 17 Millionen Euro für die Sanierung des Maurischen Kiosk im Schlosspark von Linderhof zur Verfügung zu stellen. Schloss Linderhof liegt im Gemeindegebiet von Ettal im Ammertal.
Messebau von 1867
„Der Maurische Kiosk ist in mehrfacher Hinsicht ein einzigartiges Baudenkmal“, heißt es der Mittelung, die Streibl verschicken ließ. Ursprünglich wurde das Gebäude für die Weltausstellung in Paris im Jahr 1867 gebaut. König Ludwig II. beauftragte Georg von Dollmann, den Ausstellungspavillon im Schlosspark von Linderhof wieder aufzubauen, seit 1877 steht der Maurische Kiosk markant dort. Er gilt als einer der ältesten erhaltenen Messebauten der Welt.
Die Sanierung gehört zu einem umfassenden Konzept: Die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen will damit die umfassenden Arbeiten zum Erhalt der Baudenkmäler in Linderhof fortsetzen. Streibl macht deutlich: „Der Linderhofer Schlosspark ist ein magischer und faszinierender Ort.“ Er sehe es als „Verpflichtung des Freistaats an, die Königsschlösser dauerhaft für die Nachwelt zu erhalten und sie den Besucherinnen und Besuchern aus aller Welt in Bestform zu präsentieren“. Schließlich würden die Schlösser einen wesentlichen Teil der bayerischen Identität repräsentieren – man spüre dort, dass der Freistaat geprägt sei von Heimatverbundenheit, Weltoffenheit, Liberalität und jahrhundertelangen Traditionen. Streibl: „Wir würden uns an unserer eigenen Geschichte vergehen, wenn wir hier nicht investieren, um dieses herausragende Erbe unserer Geschichte zu erhalten.“ Der Landtagsabgeordnete aus dem Stimmkreis Garmisch-Partenkirchen würdigt deshalb die „wertschätzende Entscheidung des Haushaltsausschusses“ für die Bereitstellung der Finanzmittel.
Auch der CSU-Landtagabgeordnete Harald Kühn aus Murnau lobt die insgesamt 16,9 Millionen Euro für die Kiosk-Sanierung in Linderhof. „Die Baumaßnahme dient dem substantiellen Erhalt dieses weltweit einzigartigen Baudenkmals und bedeutenden Bestandteils des Schlossparks Linderhof. Auch vor dem Hintergrund des laufenden Welterbeantrags Königsschlösser Ludwig II. ist die Beseitigung der Schäden und ihrer Ursachen von höchster Bedeutung.“, betont Kühn.
Die letzte grundlegende Sanierung des Maurischen Kiosks fand laut Kühn im Zeitraum von 1970 bis 1990 statt. Die Sanierungsarbeiten seien nötig, da der Zustand der Außenhaut des Gebäudes Beschädigungen sowie starke Verwitterungs- und Alterungserscheinungen zeigt, heißt es in einer Mitteilung des CSU-Landtagsabgeordneten. Laut dem Staatsministerium der Finanzen und für Heimat drohe bei Fortschreiten der Schäden erheblicher Substanzverlust nicht nur an der Außenhaut des Gebäudes, sondern in der Folge auch im Gebäudeinneren mit dessen hochwertiger Ausstattung.
Nun 6. Bauabschnitt
In vier Teilabschnitten wurden im Schlosspark Linderhof bislang der Musikpavillon, die Spalierbauten im Westparterre sowie zuletzt Teile der Terrassenanlage saniert. Im Rahmen des laufenden 5. Abschnitts werden die Freianlagen im Parkbereich nördlich des Schlosses, der Schlossvorplatz mit Stützmauern, Balustraden, Treppenanlagen und Spaliergitter, der Unterbau des Venustempels sowie Zinkgussvasen und die steinernen Parkfiguren saniert. Die Teilkosten in Höhe von rund 13,6 Millionen Euro waren laut Kühn zuletzt im März 2023 vom Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen des Bayerischen Landtags genehmigt worden. Im Rahmen eines 6. Bauabschnitts soll nun der Maurische Kiosk instandgesetzt werden.
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