Drastische Maßnahme: Legendäres Italien-Skigebiet ächzt unter Mega-Ansturm

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Während hunderte Skigebiete schließen müssen, erlebt die Trentiner Destination einen solchen Ansturm, dass Beschränkungen nötig werden.

Bozen – Klimawandel? Leere Pisten und fehlender Schnee? Nein, nicht in Madonna di Campiglio. Hier herrscht noch brummendes Wintergeschäft, sogar zu einem Ausmaß, das die Grenzen zu sprengen droht. Deswegen setzt Madonna di Campiglio als erstes italienisches Skigebiet ein Tageslimit für Skifahrer um. Ab diesem Sonntag dürfen maximal 15.000 Wintersportler täglich die berühmten Pisten der Dolomiten nutzen. Diese Maßnahme reagiert auf die chronisch überfüllten Pisten während der Stoßzeiten. Laut Rai Südtirol gilt die Regelung vom 28. Dezember bis zum 5. Januar, also genau in der Hauptferienwoche, wenn der große Ansturm normalerweise beginnt.

In Madonna di Campligli in Südtirol gibt es nun eine Maximalbegrenzung an Skifahrern.
In Madonna di Campligli in Südtirol gibt es nun eine Maximalbegrenzung an Skifahrern. © Chawran via imago-images.de

Alice Ravanelli, Sprecherin der Bergbahnen, erläutert die Gründe: „Wir wollten mehr Platz auf den Pisten garantieren. Die Leute geben so viel Geld aus. Wir wollen, dass es dafür einen perfekten Service gibt.“ Das Limit betrifft nur Tages- und Stundenkarten, während Besitzer von Saison- oder Mehrtagesskipässen weiterhin uneingeschränkt Zugang haben.

Viele Skigebiete machen zu – Madonna di Campiglio wird überrannt

Die Begrenzung der Wintersportler erfolgt zu einem paradoxen Zeitpunkt: Während Madonna di Campiglio mit einem solchen Andrang konfrontiert ist, dass Limits notwendig werden, steckt die italienische Ski-Industrie in einer tiefen Krise. Der neue Forschungsbericht der italienischen Umweltorganisation Leegambiente, „Nevediversa 2025“, zeigt laut La Repubblica alarmierende Zahlen: 265 Skianlagen in Italien sind inzwischen stillgelegt oder geschlossen – doppelt so viele wie die 132 Anlagen im Jahr 2020. Auch in Österreich schließen zahlreiche Skigebiete.

Gaeta berichtet, dass der Klimawandel die Branche stark belastet. Kleinere Skigebiete in niedrigeren Lagen müssen nach schneearmen Wintern schließen oder können nur mit erheblichem Aufwand für Kunstschnee betrieben werden. Dies führt dazu, dass sich die Skifahrer auf die schneesicheren Höhenlagen konzentrieren, was den Druck auf Gebiete wie Madonna di Campiglio weiter erhöht.

Italien-Skiurlaub: Wer sicher gehen möchte, kann seinen Tagespass vorab online erwerben

Madonna di Campiglio übernimmt eine Vorreiterrolle in Italien bei der Bekämpfung von Overtourism. La Repubblica berichtet, dass das Gebiet die Initiative „Numero Ideale“ nennt – die ideale Anzahl von maximal 15.000 Tagesgästen. Das Skigebiet bietet 155 Pistenkilometer und fast 60 Seilbahnen und Lifte. Wer sicher gehen möchte, kann seinen Tagespass vorab online erwerben. Flexible Liftkarten, die automatisch über die Kreditkarte abgerechnet werden, sind von der Begrenzung ausgenommen. Die offizielle Website des Skigebiets spricht vom „Numero Ideale“ zwischen 14.000 und 15.000 Skifahrern in der Stoßzeit von 11 bis 14 Uhr.

Das Giornale di Brescia erklärt, dass das italienische Skigebiet nach Rekordsaisonen mit überfüllten Pisten auf ein nachhaltigeres Tourismusmodell setzt. Die Begrenzung wird dynamisch geregelt – sobald die Schwelle erreicht ist, werden keine weiteren Tageskarten verkauft. Sollte sich das Konzept bewähren, ist eine Wiederholung zur Faschingszeit vom 15. bis 22. Februar 2026 geplant. Die Resonanz ist überraschend positiv: Laut Ravanelli zeigen sich die meisten Anrufer sehr zufrieden mit der Neuregelung. (Quellen: Rai Südtirol, Gaeta, La Repubblica, Skiarena Madonna di Campiglio, Giornale die Brescia) (cgsc)

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