Ein geballtes Werk von mehr als 130 Seiten präsentierte Kämmerer Georg Neudecker den Oberdinger Gemeinderäten. Der Verwaltungshaushalt mit einem Gesamtvolumen von fast 29 Millionen Euro stand auf der Tagesordnung. Obwohl die Kommune noch nicht an die Zahlen vergangener Jahre herankommt, ist ein Aufwärtstrend bemerkbar.
Oberding – Bei der Gewerbesteuer wurde der Ansatz im Vergleich zu 2023 um gleich 500 000 auf jetzt 12,5 Millionen Euro erhöht, laut Neudecker immer noch vorsichtig. Die tatsächlichen Zahlen könnten höher sein, denn schon im Jahr 2022 wanderten wieder mehr als 15 Millionen Euro von den Gewerbebetrieben in die Kommunalkasse. Einen Anstieg vermutet der Kämmerer auch beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer (knapp sechs Millionen Euro) oder der Umsatzsteuer (2,6 Millionen Euro).
Den größten Ausgabenposten macht erwartungsgemäß die Kreisumlage aus, und die fällt längst nicht mehr so üppig aus wie in der Vergangenheit. Vor zwei Jahren kassierte der Landkreis noch gut 20 Millionen Euro alleine aus Oberding, in den aktuellen Haushalt stellte der Kämmerer einen Ansatz von knapp 13,5 Millionen Euro ein. „Trotz der Hebesatzerhöhung wird es also deutlich weniger. Das wird den Landkreis nicht unbedingt freuen“, sagte Neudecker zu dieser Prognose.
Freuen dürfen sich in Oberding dagegen die Vereine und Institutionen – im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen wird hier nicht an den Zuschüssen gespart, die Summe steigt sogar auf 148 000 Euro (2023: 140 000 Euro).
Einen der größten Ausgabenposten machen die Kindereinrichtungen aus, und hier gab es angesichts neuer Defizitzahlen sogar fragende Blicke im Gremium. Denn kurz vor der Sitzung bekam Neudecker einen Anruf von der Leitung des Kita-Verbunds Erdinger Moos, zu dem der Oberdinger Kindergarten gehört: „Sie sagten mir, dass das Defizit für das vergangene Jahr auf 786 000 Euro gestiegen ist.“ Gerechnet wurde mit rund 200 000 Euro weniger, und es kam die Nachfrage nach Gründen.
Neue Tarife fürs Personal und insbesondere ein steuerfreier Inflationsausgleich hätten sich enorm ausgewirkt, so der Kämmerer. Für die Zukunft stelle sich die Frage, ob Oberding nicht die Elternbeiträge anpassen müsse – andere Gemeinden im Landkreis Erding taten dies bereits. Auch bei den anderen Kita-Einrichtungen sowie den Schulen wurde der Defizit-Ansatz im neuen Haushalt deutlich erhöht.
Dank der verbesserten Zahlen auf der Einnahmenseite steht im Entwurf dennoch eine Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt in Höhe von knapp einer Million Euro – im vergangenen Jahr wanderten noch gut 2,7 Millionen Euro in die andere Richtung.
Eine Diskussion gab es nicht. Von den Zahlen fast schon erschlagen, stimmten die Gemeinderäte dem Entwurf einstimmig zu. Bürgermeister Bernhard Mücke (CSU) lobte die Finanzabteilung seiner Verwaltung für die „sehr gute Ausarbeitung“ und gab die Prognose ab, dass man den Haushalt in der Sitzung in zwei Wochen komplett über die Bühne bringen wird.