Quartiers-Management wird beendet: Gemeinde streicht Stelle im Rathaus

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Abschied nach vier Jahren: Die Gemeinde Otterfing verlängert den Vertrag von Quartiers-Managerin Sigrid Speer nicht (Archivbild). © Thomas Plettenberg

Weil die staatliche Förderung ausläuft, streicht die Gemeinde Otterfing 2026 die Stelle der Quartiers-Managerin. Nach vier Jahren endet damit die Arbeit von Sigrid Speer, die besonders das ehrenamtliche Engagement vernetzte und soziale Beratung bot. Ein Wohnprojekt für Senioren, an das die Stelle 2022 geknüpft worden war, nimmt jetzt erst Fahrt auf.

Otterfing – Quartiersmanagerin Sigrid Speer wird von der Gemeinde nicht weiterbeschäftigt – zumindest nicht in der bisherigen Form. Die Teilzeitstelle war 2022 im Vorfeld eines geplanten Senioren-Wohnprojekts geschaffen worden. 80 Prozent finanzierte der Freistaat über das Förderprogramm „Selbstbestimmt Wohnen im Alter“, befristet auf vier Jahre. Wenn die Förderung zum zweiten Quartal 2026 ausläuft, verzichtet die Gemeinde darauf, die Stelle auf komplett eigene Kosten weiter zu finanzieren.

Nichtöffentlich habe der Gemeinderat beschlossen, das Quartiers-Management wie gehabt nicht fortzusetzen, erklärte Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD) auf Anfrage: „In der Form werden wir das beenden.“ Er betonte, dass es nicht an der fachlichen Kompetenz lag. „Die Arbeit war wertvoll und hat der Gemeinde gut getan.“ Die Gemeinde müsse sich aber überlegen, ob sie sich so eine Stelle leisten wolle. „Wir müssen schon schauen, ob es anderswo in der Verwaltung personelle Baustellen gibt.“

Speer selber hatte in ihrem Jahresbericht im November dafür geworben, ihre Stelle nicht zu streichen; sie verwies darauf, dass jetzt die Planung für ein Senioren-Wohnprojekt auf der Penny-Wiese endlich konkrete Formen annehme. Zudem bestehe die Gefahr, dass die von ihr geschaffenen Strukturen bei der Ehrenamts-Vernetzung und bei der Sozialberatung verloren gehen.

„Ich kann ihren Job sicher nicht übernehmen“, betonte Cornelie Breu, die ehrenamtliche Senioren-Beauftragte der Gemeinde, jetzt im Gemeinderat, als sie ihren Jahresbericht vorstellte. Speer habe viel Vernetzungsarbeit geleistet. „Jetzt verlässt sie uns und es geht viel verloren.“

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Breu, die selbst noch berufstätig ist, übernahm ihr Ehrenamt vor einem Jahr. Ihre erste Aufgabe damals: Etwa 400 Weihnachtspakete verteilen, die für bedürftige Senioren gespendet worden waren. Vor wenigen Tagen stand diese Aufgabe erneut an, erschwert durch den Datenschutz . „Es ist gar nicht so einfach, an Adressen der Senioren zu kommen, die in unserer Gemeinde bedürftig sind.“ Sie sei dankbar für Hinweise aus der Bevölkerung.

Die neue Senioren-Beauftragte nutzte ihr erstes Jahr, um bestehende Strukturen zu ermitteln, Fortbildungen zu besuchen und sich im Landkreis zu vernetzen. Schwerer als erwartet sei es, „Best-Ager“ (Generation 50 plus) zu motivieren, sich ehrenamtlich einzubringen. Für das kommende Jahr hat sie sich unter anderem vorgenommen, im neu entstandenen Bürgergarten am St.-Georgs-Platz ein Angebot für Senioren zu schaffen: „Da habe ich schon ein paar Ideen.“