Podiumsdiskussion: Neun Kandidaten stellten sich dem FT und dem Publikum

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Ja oder Nein? Moderator Manuel Eser (l.) stellte den Kandidaten Fragen zu Freising-Themen, die mit Ja oder Nein beantwortet werden mussten. © Lehmann

Das Tagblatt hat den OB-Kandidaten bei einer Podiumsdiskussion auf den Zahn gefühlt. Am Ende stimmte das Publikum ab, wer den größten Eindruck hinterlassen hat.

Freising - Mal waren sich alle einig, mal waren sie unterschiedlicher Auffassung. Zwei Kandidatinnen und sieben Kandidaten für den Posten des Freisinger Oberbürgermeisters stellten sich am Montagabend auf Einladung des Freisinger Tagblatts den Wählern, tauschten Argumente aus und versuchten mit Wissen, Ideen und ihrer Persönlichkeit die Bürgerinnen und Bürger von sich zu überzeugen: Felix Albrecht (Volt/ÖDP), Jens Barschdorf (FDP), Nicolas Graßy (Freising für alle), Nico Heitz (Grüne), Daniel Hubensteiner (FW), Birgit Mooser-Niefanger (Für Freising), Simon Schindlmayr (CSU), Monika Schwind (FSM) und Peter Warlimont (SPD).

Knapp 600 Freisinger waren in die Luitpoldhalle gekommen, mehr als 550 weitere Interessierte verfolgten das Kandidaten-Casting per Streaming am Laptop, PC oder Handy. FT-Redaktionsleiter Manuel Eser stellte den Aspiranten für die Nachfolge von Tobias Eschenbacher „Ja“- oder „Nein“-Fragen, klopfte ihr Wissen rund um Freising ab, konfrontierte sie mit „Frechen Fragen“. Drei Stunden lang standen die Kandidaten im Scheinwerferlicht, bezogen Stellung zu Finanzen, Fußgängerzone, bezahlbarem Wohnraum und der Familienfreundlichkeit Freisings – Themen, die laut einer per Smartphone durchgeführten Schnellumfrage auch den Besuchern auf den Nägeln brannten.

Video online

Wer die Podiumsdiskussion des Tagblatts verpasst hat, hat die Möglichkeit, sich online noch einen Eindruck von der Veranstaltung und den Kandidaten zu machen. Die Aufzeichnung des Live-Streams ist auf www.freisinger-tagblatt.de abrufbar. Allerdings ist dazu eine einmalige kostenlose Registrierung per E-Mail oder über die Social-Logins von Apple, Google oder Microsoft nötig. Wer sich so ein Bild macht, kann im Anschluss in der Umfrage auch die Kandidaten bewerten.

„Ich bin der richtige Kandidat, weil...“

Dabei ging es mal launig zu, beispielsweise wenn sich alle neun Kandidaten bei den „1“-, „2“- oder „3“-Fragen für Antwort „3“ entschieden, als danach gefragt wurde, wie lange denn die Fahrt mit der Dombergbahn dauert: „Egal, Hauptsache, sie fährt.“ Aber natürlich ging es auch ernst zu, etwa bei der Frage, ob die Stadt Freising einen Bürgerhaushalt für kleinere Wünsche und Projekte einrichten sollte – was alle Kandidaten befürworteten –, oder wenn abgeklopft wurde, was die Bewerber von der geplanten Konzertarena hielten – was unterschiedliche Positionen deutlich machte.

Momentaufnahme: Von wem die Gäste in der Luitpoldhalle am meisten überzeugt waren, konnten sie am Ende per Abstimmung kundtun. Felix Albrecht, Jens Barschdorf, Nicolas Graßy und Nico Heitz starrten bis zum Ergebnis gespannt auf die Leinwand.
Momentaufnahme: Welcher Kandidat es bei der Podiumsdiskussion am meisten überzeugt hat, konnte das Publikum per Abstimmung am Smartphone kundtun. Felix Albrecht, Jens Barschdorf, Nicolas Graßy und Nico Heitz blickten gebannt auf die Leinwand. © Lehmann

Nach drei Stunden durften die OB-Kandidaten selbst in einem Halbsatz begründen, weshalb sie die ideale Besetzung für den Posten wären: Warlimont sagte, „weil ich zuhören kann und aus dem, was ich höre, aktiv werden kann“. Schwind sah sich als beste Wahl, „weil ich genau die Fähigkeiten mitbringe, die Freising jetzt braucht“. Schindlmayr empfahl sich selbst, „weil ich viel Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung mitbringe und Lust habe, eine Stadt wie Freising zu führen und zu gestalten“. Mooser-Niefanger formulierte die Wahlwerbung für sich so: „Weil ich beruflich und persönlich alles mitbringe, was man dafür braucht, und weil ich, obwohl ich eine Dinosaurierin der Kommunalpolitik bin, immer noch Visionen habe.“ Hubensteiner sah sich als OB, „weil ich in der richtigen Partei bin, und dort wird pragmatische Politik umgesetzt“.

Heitz formulierte es so: „Weil ich es als Referent immer geschafft habe, Mehrheiten zu finden, und am Ende alle zumindest einigermaßen zufrieden waren.“ Graßy versicherte, der beste Bewerber zu sein, „weil ich mit meiner unabhängigen Gruppierung und meiner ausgleichenden Art der gesellschaftlichen Spaltung etwas entgegensetzen kann“. Barschdorf kann OB, „weil ich die Finanzen der Stadt in den Griff bekomme und dafür sorge, dass unser Leben gut so weitergeht“. Albrecht rührte die Werbetrommel für sich so: „Weil es mit mir bezahlbaren Wohnraum wie in Wien gibt.“

Format „erfrischend und unterhaltsam“

Große inhaltliche Alleinstellungsmerkmale gab es wenige. „Die Positionen waren relativ ähnlich“, sagte Besucherin Franziska Degner am Ende. Der Abend habe aber zur Entscheidungsfindung für die Wahl beigetragen. Tobias Hebel fand die Veranstaltung „sehr erfrischend“. Respekt zollte Günther Seifert den Kandidaten dafür, sich den Fragen zu stellen. „Wenngleich ich glaube, dass angesichts der Finanzlage der eine oder andere nicht weiß, worauf er sich als OB einlassen würde. Ich traue es nicht jedem zu.“

Zum Schluss wurden die Zuschauer gefragt, welcher Kandidat sie an diesem Abend am meisten überzeugt hat. Während beim Publikum in der Halle Schwind die Nase vorn hatte, gefolgt von Heitz, erhielt beim Streaming-Publikum (Stand: Dienstag, 15 Uhr) Birgit Mooser-Niefanger die meisten Stimmen. Auch hier war Heitz an zweiter Stelle.

Wie die neun Protagonisten Stellung zu einzelnen Themen bezogen haben, und was die Akteure und das Publikum am meisten umtrieb, lesen Sie hier.